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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 4 (1869) · p. Seite 262

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
4 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 262 (sequence 22)
Language
German
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262 I Plan zu einem neuen Gedetbuche. demnach die Abweichung von der gangbaren' Formel hier wie anderswo keiner weiteren Rechtfertigung, die Aenderung hat ihre volle innere Berechtigung, auch wenn ihr eine jede äußere Stütze durch irgend eine alte Autorität abgeht. Allein es ist immer von Werth, wenn sich eine solche Nachweisen läßt; wir erlangen damit die Bürgschaft, daß die Grundsätze auch ehedem ihre Geltung hatten, wenn sie auch nicht allgemein zum Ausdrucke gelangt sind. Einen solchen erfreulichen Beleg haben wir an unserer Stelle. Bereits Isaak aus Corbeil im 13. Jahrh. hat den Spruch mit לבליותיו ohne alle weitere Bemerkung in seinem Buche der Gesetze (151 § ('םבל׳נן. 2. Zu S. 248 und sonst. Die Erwähnung der Engel in den Gebeten hat ihre vorzügliche Veranlassung in zwei Momenten. Das erste ist eine alte, aber dem Judenthum eigentlich fremde Naturbetrachtung, das zweite die Schilderung Ezechiel's von seiner Vision. a. Die Himmelskörper wurden nämlich von den Alten als beseelte Wesen angeschaut, höhere Geister, war die Annahme, belebten und bewegten sie; es war eine nothwendige Folge dieser Naturbetrachtung, daß das Walten der Himmelskörper als freie geistige Thätigkeit, ausgehend von Geistern höherer Art, hellerer Erkenntniß, reineren Strebens, hoch gefeiert wurde. Im Morgengebete, wo das neu sich ergießende Licht und mit ihm die verjüngte Schöpfung begrüßt wird, war der natürliche Anlaß gegeben, das Wirken dieser in den Himmelskörpern residirenden Geister als einen erhabenen Gottesdienst zu Preisen und den Menschen, den Geistern einer niederern Ordnung, zum Muster vorzuführen. Diese Naturbetrachtung ist längst geschwunden, die Wissenschaft hat der kindlich poetischen Auffassung, die sich dann noch in einen trügerisch philosophischen Mantel hüllte, längst ihre Anerkennung entzogen, so daß sie selbst dem populären Bewußtsein gänzlich fremd geworden, und es wäre unwürdig, den Ausdruck der als falsch erkannten Vorstellung im Gebete festzuhalten. b. Den zweiten Keim, aus welchem in wuchernder Ueppigkeit die Darstellung über die Engelreihen hervorwuchs, bot die Ezechiel'sche Vision über den ״Gotteswagen" (Merkabah) mit seinen ״Rädern" (Ofannim) und ״heiligen Thieren". Uneingedenk der

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