Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 4 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 246 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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246 I. Plan zu einem neuen Gebetbuche. welche ihre zeitliche Geltung gehabt haben, aber im Fortschritte der Erkenntniß einer reineren Auffassung gewichen sind, nicht in einseitiger und schroffer Betonung beibehalten werden und muß deren Ausdruck entweder ganz wegfallen oder eine Form wählen, welche einer geläuterten Auffassung nicht widerstrebt. 5. So müssen 1) starksinnliche Bezeichnungen der Gottheit, wie sie in Piutim Vorkommen, beseitigt werden; 2) die Aufzählung der verschiedenen Engelordnungen und die Ausmalung ihrer Thätigkeit darf keine Aufnähme finden; 3) der Glaube an die Unsterblichkeit darf sich nicht mit dem einseitigen Ausdrucke leiblicher Auferstehung begnügen, sondern muß in einer Weise ausgedrückt werden, welche auch die geistige Fortdauer einschließt. S. Was insbesondere die weltgeschichtliche Stellung Israels betrifft, so muß dieselbe dahin scharf betont werden, daß das Judenthum die Religion der Wahrheit und des Lichtes ist, Israel seine Aufgabe erhalten habe und weiter festhalte, Träger und Verkünder dieser Lehre zu sein, und daß sich daran die Zuversicht knüpft, diese Lehre werde immermehr zum Gemeingute der ganzen gebildeten Welt werden und so Israel sich zur Menschheit erweitern. — Ausdrucksformen, welche diesen erhabenen Gedanken einzuengen geeignet sind, ihn trüben, sind unstatthaft. 7. Es muß demnach die nationale Seite Israels in den Hintergrund treten: 1) Die Scheidung zwischen Israel und den andern Völkern, welche ehedem bestanden, hat kein Recht im Gebete ausgedrückt zu werden, während eher die Freude auszusprechen wäre, daß solche Schranken immer mehr fallen; 2) das Hochgefühl des edlen geistigen Berufes muß einen jeden Schein der Ueberhebung meiden, sich von einem jeden Seitenhiebe auf ״andere Völker" frei halten; 3) der Blick in die Zukunft soll die frohe Hoffnung erwecken, aufdieVereinigung des ganzen Menschengeschlechts in der Wahrheit, der Gerechtigkeit und dem Frieden. Der Glaube an die Wiederherstellung