Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 4 (1869) · p. Seite 245

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
4 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 245 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2420973-2421005-2421009--2188-2423526
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Leitende Grundgedanken. 245 würde, dem Gelingen des ganzen Unternehmens für gefahrdrohend hielt, und so glaubte sie, sich vorläufig mit dem Erreichten begnügen zu müssen in der Ueberzeugung, daß dieses den Antrieb geben werde zur vollen Durchdringung aller berechtigten Verlangen für die Zukunft. Die gottesdienstliche Frage kann für den Augenblick nicht zum vollen Abschlüsse gelangen, es darf aber darum ihre theilweise Erledigung nicht verschoben werden. In Betreff des deutschen Elementes steht es ja übrigens einer jeden Gemeinde frei, sich der deutschen Bearbeitung zu bedienen an Stelle des beibehaltenen hebräischen Gebetsstückes. Nach den vorangehenden leitenden Grundgedanken bedürfen die einzelnen Aufstellungen des Planes im Allgemeinen keiner weiteren Begründung; einzelne Punkte werden noch am Schluffe eine kurze Ausführung erfahren. Leitende Grunds ätze. 1. Das Gebetbuch soll im Ganzen und Großen den bisherigen Charakter beibehalten, seinen Zusammenhang mit der ganzen Geschichte des Judenthums auch weiter in scharfem Gepräge ausdrücken. Der Gottesdienst bleibt daher, seinen wesentlichen Bestandtheilen nach, hebräisch, ver hebräische Ausdruck, wenn auch hie und da nicht frei von einer gewissen orientalischen Ueberschwänglichkeit, bleibt im Ganzen unangetastet. 2. Dennoch muß der Gottesdienst, namentlich an den ausgezeichneten Tagen, einzelne kurze deutsche Gebete und fromme Betrachtungen enthalten; ferner muß der hebräische Text von einer deutschen Bearbeitung begleitet sein, welche nicht in steifer Aengstlichkeit unserer vaterländischen Sprache das hebräische Colorit aufdrängt, sondern, die ursprüngliche Innigkeit bewahrend, durch den heimischen Ton dem Gemüthe sich anschließt. 3. Besonders muß dafür Sorge getragen werden, daß die Dauer des Gottesdienstes zu dem Maße verkürzt werde, welches eine anhaltende Andacht ermöglicht. Daher müssen unnöthige Wiederholungen, unwesentliche und inhaltlose Stücke wegfallen; selbst die Anhäufung werthvoller Stücke muß vermieden, vielmehr deren Eindringlichkeit dadurch erhöht werden, daß sie in Abwechslung auf verschiedene Zeiten vertheilt werden. 4. Bei aller ehrerbietigen Festhaltung der geschichtlichen Momente im Judenthume dürfen dennoch religiöse Vorstellungen,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.