Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 3 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Szekler Sabbatharier. 229 söhnende und eine den Teufel vertreibende Kraft zu. Von ihrem Fluch erwarten sie große Wirkung und wenden ihn hauptsächlich gegen die Verfolger ihres Glaubens an. Zuweilen gingen solche Flüche durch das Zusammentreffen von besonderen Umständen in Erfüllung, wie z. B. an Georg Rükoczy H. und seinem Lande nach der Verfolgung der ersten Sabbatharier. Der eigentliche Gründer der Sabbatharier war Andreas Eöffy, dessen Schriften im Jahre 1588 in M. Vasarhely verbrannt wurden. Simon Pecsi, dessen Erbe und Adoptivsohn, war der kräftigste Förderer und Verbreiter dieser Secte, welche mit unerschütterlicher und uneigennütziger Treue an ihrer Glaubensüberzeugung festhält. Von Pecsi sprechen sie wie von einem zweiten Moses. Er war ein hochbegabter, vielbereister Mann, der 17 Sprachen genau kannte und sprach und sich bis zum Reichskanzler emporzuschwingen wußte. Er war früher, so wie seine erste Gattin Judith Kornis und die Bewohner der 70 Dörfer, die das Eigenthum der beiden Gatten bildeten, Unitarier und hatte seinen Wohnsitz auf der Herrschaft Sz. Erszebeth. Erst nach dem Tode seiner ersten Gattin im Jahre 1615 trat er als ein Apostel des Mosaismus auf und suchte seine Unterthanen durch reiche Geschenke für seine religiösen Bestrebungen zu gewinnen. Im Verein mit seiner zweiten Gattin, welche nach der Tradition der Sabbatharier?ine geborene Jüdin gewesen sein soll, wirkte er so eifrig für die Ausbreitung der neuen Glaubensansicht, daß auch unter den freien Szeklern die meisten unitarischen Bewohner dieselbe annahmen. Nun hoffte er eine gesetzliche Aufnahme der Sabbatharier unter die recipirten Confessionen und ermuthigt von einigen einflußreichen Personen brachte er den Gegenstand auf dem Dsszer Landtag im Jahre 1638 zur Verhandlung. Jedoch sein Unternehmen hatte keinen glücklichen Erfolg. Fürst Georg RLkoczh L wurde ermächtigt, die Sabbatharier mit der ״Nota" zu belegen, was er auch ohne Säumen that. Pöcsi wurde seiner 70 Dörfer verlustig, nur Sz. Erszebeth wurde ihm für sein Kind erster Ehe belaffen. Nach der geschichtlichen Mittheilung ist Pöcsi in Sz. Erszebeth, wohin er internirt war, gestorben. Allein nach der Tradition der Sabbatharier flüchtete er mit zahlreichen Anhängern nach der Moldau und dann nach Constantinopel, wohin ihm auch Weib und Kinder folgten. Von dort aus soll er häufig Briefe an die daheim gebliebenen Anhänger geschickt haben, um sie zum Ausharren in ihrem Glauben zu ermahnen.