Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 3 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 70)
- Language
- German
- Belongs to
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230 Umichau. Die daheim Gebliebenen bekannten sich äußerlich zu den Unitariern oder Reformirten, übten aber im Geheimen ihre sabbatharischen Gebräuche. Unter Maria Theresia wurde auf Drängen des katholischen Clerus Waffengewalt gegen sie in Bewegung gesetzt. Viele gingen damals freiwillig in's Exil und ihr Besitzthum kam in die Hände der katholischen Geistlichkeit. Auch das Toleranzedikt Josefs II. belegte die Sabbatharier mit der ״Nota" und hatte deren Auswanderungen nach der Türkei zur Folge. Ja, selbst in unserem Jahrhunderte kamen Verfolgungen vor und hörten in Folge dessen die Auswanderungen nicht auf. Im Jahre 1827 bewirkte der Bekehrungseifer eines katholischen Geistlichen, Namens Czinczini, daß das Besitzthum von drei sabbatharischen Familien confiscirt wurde. Einer der letzten friedlichen Bekehrungsversuche wurde im Jahre 1855 vom Bischof Haynald unternommen. Der berühmte Kirchenfürst trat mit der ganzen Macht seiner glänzenden Beredsamkeit unter ihnen auf, aber seine Worte blieben ohne alle Wirkung und die Sabbatharier verließen seinen Vortrag mit der Bemerkung: ״Ei, hat der ein gutes Mundstück! Schade, daß er kein S a b b a - tharier ist!" — In der folgenden Nummer (S. 85) wird ״aus Ungarn" ohne Datum und ohne Quellenangabe weiter berichtet: ״Die Bewohner des Dorfes Bözöd-Uzfalu in Siebenbürgen, sämmtlich zur Sekte der Sabbatharier gehörig und als nicht recipirte Confession von der Geistlichkeit fortwährend gedrängt, ihren Gottesdienst von Samstag auf den Sonntag zu Derlegen, sind nun vor Kurzem, um diesen Forderungen zu entgehen, in Gesammtheit zum Judenthum übergetreten". Unsere Freunde in Oesterreich möchten wir recht dringend ersuchen, uns über diese eigentümliche Bewegung nähere Kenntniß zugehen zu lassen. 13. Zwei Cataloge. Wiederum liegen Verzeichnisse werthvoller Sammlungen vor uns, die den Liebhaber anreizen, jedenfalls den Wunsch erregen, daß das Werthvolle in die rechten Hände komme, daß eine Sammelstätte da sei, welche die Bestimmung habe, das Gute, welches Kenner zu erwerben wußten, aufzunehmen und dem öffentlichen Gebrauche zugänglich zu machen. — Die eine Sammlung ist beschrieben in