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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 3 (1869) · p. Seite 226

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
3 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 226 (sequence 66)
Language
German
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226 Umschau. trefflichen Grundsätzen begnügt, so würde die Religion der Menschheit immer nur Glück und Trost gebracht haben. Leider aber folgte dem Lichte solcher Lehren stets der traurige Schatten von Glaubensgeschichten, welche die Menschen in die bittersten Streitigkeiten derwickelten׳' u. s. w. Das speeifisch Christliche ist hiermit genügend angedeutet. Möge der Wunsch, den der Vfr. zum Schluffe ausspricht, erfüllt werden: ״So möge denn der Leser die mitgetheilten Lehren aus den Hauptreligionen der Menschheit zu seinem Nutzen verwenden, die verschiedenen Mährchen jedoch, welche mit ihnen ver- Kunden ans Licht traten, als eine Hülle aus der Zeit ihrer Kindheit betrachten." 4. Jan. 11. Barzilai. Herr D1\ G. Barzilai in Triest steht auf dem Standpunkte mittelalterlicher jüdischer Philosophen, welche die Bedeutung der Bibel dadurch zu erhöhen glauben, daß sie in ihre Worte gewisse Erkenntnisse hineinzudeuten versuchen, welche dem natürlichen Wortsinne fern liegen, und die in ihr berichteten Wunder, ohne sie aufzuheben, weniger fremdartig machen wollen. So hatte er vor einiger Zeit in einer italienischen Uebersetzung und Erklärung der ״Klagelieder" nachzuweisen gesucht, daß Jeremia in ihnen Anspielung mache auf die Pyramiden Aegyptens. Neuerdings hat er das Wunder des ״Sonnenstillstandes" unter Josua und das von der Ver- Wandlung des Weibes von Lot in eine Salzsäule seiner Betrachtung unterzogen. Die Brochüre über das erstere liegt auch in deutscher Uebersetzung vor: ״Josua und die Sonne. Erklärung der Stelle Josua, Cap. X V. 9—14" (Triest 1868. 17 S.). Herr B. behauptet, der Text wolle nicht sagen, Josua habe verlangt, daß die Sonne stille stehe und seinem Verlangen sei willfahrt worden, sondern er habe verlangt (d. h. er habe vorausgewußt), daß die Sonne sich verfinstere, und die vorausgesagte Sonnenfinsterniß sei wirklich eingetreten. Auch bei ihm, wie bei Hengstenberg, kommt Levi ben Gerson — mit dem er hier zwar nur im Bestreben, das Wunder abzuschwächen, übereinstimmt — zu hohen Ehren. Er sagt (S. 11 Anm.): ״Bemerken wollen wir noch, daß der Gersonite zu den als orthodox allgemein anerkannten Kommentatoren gehört, aber zu erleuchtet ist, um der Bibel die Schuld am Jrrthum aufzubürden." — Ueber das zweite Wunder verbreitet sich eine zweite Brochüre: La statua di sale. Studj biblici (Triest 1868. 15 S.) Hier geht er

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