Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 3 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 223 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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da Costa. Bernstein. 223 Artikel einen beachtenswerthen kurzen Bericht über ihn (1867 F. 21 S. 416). Neuerdings beginnt ein ״Nachruf an Jakob von Lennep" von Ferdinand von Hellwald in der Beilage zur Augsburger A. Z. des v. I. bl. 362 mit folgenden Worten: ״Als am 28. April 1860 Isaak da Costa für immer die Augen schloß, war Holland gar wohl bewußt, daß es den Verlust seines größten Dichters der Neuzeit zu beweinen habe". Solche Urtheile hat die jüdische Geschichte zu registriren; wie sie Rahel, Börne, Heine u. A. nicht aus ihrem Verbände entläßt, so sicher auch nicht da Costa, umsomehr als er selbst bei aller Entfremdung dennoch seinen Zusammenhang mit der Wurzel, der er entsprossen, nicht aufgegeben hat. 3. Jan. 10. A. Bernstein. Wem wäre der Name Bernstein unbekannt geblieben, insofern er nur irgendwie von den kräftigen Pulsschlägen des Geisteslebens in der Gegenwart bewegt wird? Wem wird es nicht vielmehr wärmer um's Herz, wenn er den Klang dieses Namens dernimmt, der ihm einen ganzen vollen Menschen vor die Seele führt, einen Menschen, dem er nicht blos mit denkendem Geiste folgt, sondern dem er sich auch gern mit dem Herzen hingiebt? Die mächtigste treibende Kraft in unserm gegenwärtigen Geistesleben ist die politische Bewegung; seit 1848 ist Bernstein ein unverdrossener Führer, der in den Wirrsalen der Zeit mit tiefem unbestochenem Einblicke leitet. Für unsere ganze neuere Welt- und Lebensanschauung haben die fortschreitenden Naturwissenschaften einen ungeahnten Einfluß erlangt, und wenn die Forschung unermüdet vordringt, so verbreiten sich die Ergebnisse rasch und unwiderstehlich über die ganze gebildete Welt, die mit der lebhaftesten Theilnahme sie aufnimmt, oft mit voreiliger Hast sich ihnen gefangen giebt. Bernstein ist ganz mit versenkt in diese Geistesarbeit und er ist der eingeweihte begabteste Dolmetscher von dem geheimen Walten der Natur und von der ihr abgelauschten Lösung ihrer Näthsel. Weniger im Vordergründe stehn in unserer Zeit die religiösen Fragen, zumal im jüdischen Kreise die über das Judenthum, und dennoch wirkt dieses in seinem fortgeerbten weltbeherrschenden Einflusse als eine verborgene Macht still weiter und spendet oft da, wo man den reichen Geber gar nicht ahnt, noch weniger ihn anerkennen will. Doch gerade die edleren Kräfte, die der Pflege der