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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 3 (1869) · p. Seite 221

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
3 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 221 (sequence 61)
Language
German
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Mendelssohn und Jakob Emden. 221 noch ersieht man aus diesem Briefe, daß zwischen beiden Männern freundliche Beziehungen geherrscht haben. Ein neues Dokument bietet uns ein Briefwechsel, welcher in der neulich herausgegebenen hebräischen Schrift: תולדות יעב״ץ, Jakob Hirsche! (Emden's) Leben und Schriften ... von H. A. Wagenaar, .. . vermehrt und redigirt von G. I. Polak (Amsterdam 1868. 66 und LII Seiten) als bisher ungedruckt S. VI ff. veröffentlicht wird. M. wiederholt dort sein schon einmal geäußertes Bedenken über eine Stelle in Maimonides' Mischneh Thorah, der nahe am Ende dieses Werkes die harte dogmatische Ansicht aufstellt, daß nur diejenigen Nichtjuden als Fromme betrachtet und deßhalb des ewigen Lebens theilhaft würden, welche die sog. sieben noachidischen Gebote hielten, weil sie von Gott befohlen seien, daß sie aber weder als Fromme noch als Weise (ולא נלחכב7יתם) zu betrachten seien, wenn sie zwar diese Gebote halten, sie jedoch blos als Resultate ihres Denkens auffassen. Bekanntlich ist diese Angabe in einer andern Lesart gemildert, wonach diese Hüter der noachidischen Gebote aus Vernunftgründen zwar nicht als Fromme (also auch nicht als des ewigen Lebens theilhaft), aber doch als Weise ('אלא מ) anerkannt werden. Ja, Maimonides geht in anderen Schriften, namentlich in einem seiner philosophischen Briefe, noch viel weiter und erhebt sich zum allgemein menschlichen Standpunkte, indem er den Menschen blos nach dem Wohlwollen seiner Gesinnung und der Sittlichkeit seines Thuns beurtheilt wissen will und einen Jeden, der nach dieser Seite hin sich als wacker bewährt, der Seligkeit würdig erachtet. Hierauf geht jedoch Mend. weiter nicht ein, er beschränkt sich auf die Lehre des Maim. in dem weitverbreiteten Buche und nach der üblichen Lesart, und sträubt sich gegen die ungerechtfertigte Härte, die in diesem Ausspruche liegt und die nicht einmal eine thalmudische Begründung habe. Mend. glaubt, die Ansicht stehe bei Maim. im Zusammenhänge mit seiner sonstigen philosophischen Annahme, daß das Sittliche und Anständige nicht in der Vernunft begründet, sondern ein Ueberkommenes sei. Mend. nämlich scheint hier den Sinn des ב7פורסנ7ות, welchen Maim. dafür gebraucht, nicht ganz richtig zu fassen. Dieses bedeutet das allgemein Angenommene, das Conventionelle, und Maim. findet namentlich in vielem Staatsgesetzlichen, was doch auch als das Gerechte gilt, Maßregeln, um die gesetzliche Ordnung zu erhalten, ohne daß eine innere sittliche und vernünftige Nöthigung dazu antreibt, ebenso in den Vorschrift

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