Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 3 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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SchLeierrnacher. 211 Verbesserung des JudenunterrichLs und für die Veredlung des Gottesdienstes seiner Glaubensgenossen." Die Mahnung, welche an das gegenwärtige Geschlecht bei der Erneuung seines Andenkens sich knüpft, faßt der Redner in die gewichtigen Worte zusammen: ״Heute an dem Tage des Gedächtnisses unseres Jacobson lasset uns den Entschluß fassen, in ernster und warmer Theilnahme und Hingebung die Mittel aufzubringen zur Erhaltung unseres Lehrer-Seminars und zur Gründung einer theologischen Pflanzschule." Möge sein Wort auf einen fruchtbaren Boden gefallen sein! 25. Nov. 4. Die Schleiermacher-Feier und die Juden. Die Geschichte verzeichnet die Namen der Männer auf ihrer Ehrentafel, welche mächtig und segenreich in die Entwickelung der Zeit eingegriffen und dauernde Spuren ihres Wirkens zurückgelassen haben. Nur wenn sie in ihren Werken fortleben, sind sie immer geistig noch unter uns gegenwärtig; wir fühlen ihre Nähe, wenn sie uns auch entrückt sind, wir schöpfen aus ihrem Lebensquelle, wenn sie ihn auch nicht mehr speisen können, und gern erneuern wir bei eintretender Veranlassung ihr Andenken, weil es nie unter uns verblichen war. Das ist eine seltene Gunst, die nur den bevorzugten Geistern, den nie alternden Genien der Menschheit zu Theile wird; sie umspielt fortdauernd der Strahl der Gottheit, ihre schöpferische Kraft bewährt sich neu in jedem Geschlechte, sie hören nicht auf die Bildner, die Veredler der Menschheit zu sein. Noch heute ragen in solcher Weise lebenspendend die großen Männer des Alterthums in unsere Zeit hinein; wie sie die Lehrer des jugendlichen Menschengeschlechtes gewesen, so stehn sie auch für die gereiftere Menschheit als Meister und Muster da, fast unübertroffen. So stehn die Männer der wiedergeborenen Kunst bei dem Eintritte der neuen Zeit, noch heute durch das Ideal der Schönheit das Leben verklärend, vor uns; noch heute steigen wir mit Shakespeare in die tiefen Gründe des Menschenherzens und lauschen seinen Offenbarungen, wagen wir die Erhebung über das vereinzelte Erdendasein mit Spinoza und steigen mit ihm empor zu der schwindelnden Höhe des Absoluten. Näher in der Zeit stehen uns mit der Bürgschaft einer langen Dauer die Lieblinge der Nation, das Dreigestirn: Lessing, Göthe, Schiller, und das deutsche Volk ließ es sich nicht nehmen, die Wiederkehr ihres hundertsten Geburtstages als festliche 14*