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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 3 (1869) · p. Seite 210

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
3 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 210 (sequence 50)
Language
German
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210 Umschau. Freilich geht Dies blos von demjenigen Theile der Juden aus, die entweder wirklich die Rückkehr mit dem Munde erflehen, wenn sie auch selbst im Herzen Nichts dabei empfinden, oder von denen, die zwar nicht mehr glauben und beten, aber an einer romantischen Verehrung für Palästina kranken. Die ersteren erhoffen zwar die Erfüllung ihres Wunsches von wunderbaren, nicht von natürlichen Vorgängen; wenn sie in neuerer Zeit dennoch zu diesen die Hand bieten, so ist Dies ein Zeichen, daß ihr alter Glaube sich abgeschwächt und modernisirt hat. Der gebildete thatkräftige Theil der Judenheit jedoch ist von dem Nationalitätsschwindel frei, er erkennt in Palästina die Geburtsstätte, aber nicht die dauernde ersehnte Heimath, ihn beschleicht kein Heimweh und er fühlt sich, trotz allen unerquicklichen Spöttereien des ״allgemeinen" Berichterstatters nicht dazu berufen, seine Kräfte, die er anderswo nützlich, nicht blos für sich, verwerthet, dort zu vergeuden. Seine Bildung wird auch den Brüdern im Orient zu Gute kommen, wenn die dortigen Verhältnisse deren Eindringen ermöglichen, aber er wird Judenfeinden nicht das Vergnügen machen, seine Wohnsitze zu verlassen, um der Stumpfheit der übrigen Bewohner eine leichte Beute zu gönnen. Was der alte Druck nicht vermocht, wird der eigne Wille in der Freiheit nicht ausführen; für so dumm sollte man doch die Juden nicht halten, daß fade Sticheleien auf ihre Entschließungen einen Einfluß üben könnten. 24. Nov. 3. Zum Andenken Jacobson's. Nicht blos in Seesen, wo Israel Jacobson sich ein dauerndes Geistesdenkmal errichtet hat, wurde am 17. Oktober bei der hundertjährigen Wiederkehr seines Geburtstages dessen Andenken gefeiert und frisch belebt, sondern auch in Berlin, wo er die letzten Lebensjahre zugebracht, in großartigem Sinne von seinen reichen Mitteln edeln Gebrauch gemacht und tief anregend gewirkt und endlich nach einem nicht hohen aber reicherfüllten Leben den Schauplatz des irdischen Daseins verlaffen hat, war eine Synagogenfeier zu seiner Würdigung veranstaltet, bei welcher Herr Rabbiner Di־. Aub die Gedächtnisrede hielt. Dieselbe, gediegenen Inhalts und von kräftiger anregender Form, liegt gedruckt vor. Jacobson wird darin gewürdigt, wie er seine Thätigkeit in dreifacher Richtung entfaltet hat ״für die Hebung der bürgerlichen Stellung, für die

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