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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 3 (1869) · p. Seite 206

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
3 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 206 (sequence 46)
Language
German
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206 Umschau. lichkeit zur Vereinigung auffordert und im Grnnde uns nur herüberlocken will. Man nähert sich uns mit falschen Schritten, hebt den Fuß hoch auf und kommt gleichwohl nicht von der Stelle. Es ist das Vereinigungssystem der Wölfe, die sich mit den Schafen so sehr zu vereinigen wünschen, daß sie aus Schaf- und Lammfleisch gern Wolfsfleisch machen möchten." Und unter dem 1. März 1784 (das. S. 676 f): ״Von der Toleranz, welche in allen Zeitungsblättern so sehr herrscht, habe ich bei weitem noch die günstige Meinung nicht, die Sie davon zu erkennen geben. So lange noch das Vereinigungsshstem im Hinterhalte lauert, scheint mir diese Toleranzgleißnerei noch gefährlicher als offene Verfolgung . . . Desto nöthiger wäre es doch in diesem Falle, daß das kleine Häuflein derer, welche nicht bekehren und nicht bekehrt sein wollen, sich zusammendränge und fest an einander schließe, und wodurch? Ich werde wieder auf die Nothwendigkeit des Ceremonialgesetzes geführt, wenn nicht Lehrmeinungen in Gesetze verwandelt, und symbolische Bücher gemacht werden sollen." Wir brauchen aus diesen nicht sehr glücklichen, ohne tiefere Begründung, zumal ohne alle historische Kritik unternommenen Vermittelungsversuch nicht näher einzugehen; die Zeit ist längst über ihn hinausgeschritten. Aber die Zeit und deren Umstände hatten ihn auch geboren. Mendelssohn war erst Jude, bevor er Philosoph wurde, und er blieb jener auch als er dieser wurde, umsomehr als seine Philosophie sich mit dem monotheistischen Glauben des Judenthumes sehr wohl vertrug und nur mit ihm gegenüber der Herrschenden Religion, und als seine sonstigen philosophischen Ueberzeugungen gleichfalls sehr Wohl mit dem Judenthume harmonirten, jedenfalls von ihm aus keine Bekämpfung zu erwarten halten. Was das Judenthum glaubte und lehrte, vermeinte er philosophisch beweisen zu können; allein was das Judenthum von seinen Bekennern verlangte? Innere Verpflichtung konnte er ihm natürlich nicht zuschreiben; aber war die Möglichkeit vorhanden, damals daran zu rütteln? war die Vermuthung, die Philosophie behaupte, gestatte dessen Entbehrlichkeit, nicht genügend, um alles schlummernde Mißtrauen gegen dieselbe zur Hellen Flamme anzufachen? M. suchte seinen Frieden mit dem Ceremonialgesetze zu machender bildete sich ein System, in das er sich hineindachte und für das er seine Stütze in den noch bestehenden Zeitverhältnissen suchte und — fand. Ja, Mendelssohn war ein jüdischer Philosoph, und seine Scheu

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