Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 3 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2420973-2421005-2421008--2132-2423469- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
190 Receilswneu. mit dem Zusatze: hundert Jahre (während eures Lebens), in Frieden, fröhlich, in Wonne. Der samaritanische Wunsch deckt sich nun vollkommen mit dem jüdisch-midraschischen, und sie bestätigen einander aufs Unwiderleglichste. Für die sämmtliche alte nachbiblische jüdische Literatur ist Nathan b. Jechiel und sein Werk Aruch eine unentbehrliche Autorität; neben allen Ausgaben und Handschriften,ist er ein Rathgeber und Führer, dem man sich anvertrauen muß, wenn man die ursprüngliche Gestalt der Werke, die richtigsten Lesarten kennen lernen will. Die Peßiktha hat er mit besonderer Sorgfalt benützt, und wenn er auch, dem Zwecke eines Wörterbuchs entsprechend, blos einzelne Sätzchen und blos solche, die zu einer Worterklärung Veranlassung geben, anführt, so bietet er doch nicht nur Berichtigungen zu vielen Stellen, sondern er bewahrte auch die Anordnung und Eintheilung des Werkes auf, die man aus dem blos den allgemeinen Titel anmerkenden Jalkut nicht erfuhr, und wonach Z. richtig den Organismus der P. construirte. Z. bemerkt auch (S. 191 und Anm. a) mit vollem Rechte, daß dem Nathan die P. in der Art Vorgelegen habe, wonach sie mit dem Abschnitt über Neujahr begonnen habe, indem er diesen an zwei Stellen als ראש ריש) פסקות) bezeichnet. Die Abschreiber haben später — vielleicht durch das ähnliche spätere Werk: Peßiktha rabbati veranlaßt — eine andere Anordnung beliebt und haben mit dem Abschnitte zu Chanukkah begonnen. Das giebt aber Hrn. B. kein Recht, die Worte des Aruch zu corrigiren (153 a Anm. 50), er hätte vielmehr dieser späteren Umstellung Erwähnung thun müssen. Sonst benützt Hr. B. auch dieses Werk fleißig und einsichtig, und man ersieht bald, daß der Aruch neben den vier vorhandenen Handschriften für die Stellen, welche er anführt, eine fünfte und zwar die beste darbietet. Freilich bleibt es auch bei der Benützung des Aruch von Werth, daß man, wenn auch ältere Ausgaben, wie die Venediger, im Ganzen correct sind, Handschriften heranziehe, und bei dem ziemlich reichen Vorrathe davon an verschiedenen Orten hätte es Hrn. B. nicht schwer fallen können, sich dieses Hülfsmittel zu verschaffen. Er beachtet jedoch nicht einmal die vielfachen schon veröffentlichten Berichtigungen aus Handschriften; so hätten ihm z. B. die Mittheilungen Derenburg's in meiner älteren Zeitschrift (Miss. Ztschr. f. jüd. Theol. IV S. 125 ff) größere Sicherheit gegeben für seine Bemerkungen auf S. XII Anm. 3. Um nur noch Einzelnes