Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 3 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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186 RecensLonen. und schützen wollten, völlig unvereinbar ist!" Diesen hohen, in Wahrheit hohlen sittlichen Idealismus glaubt E. zu stützen, indem er auf den Apostel Paulus hinweist, wie dieser ganz anders verfahren sei. E. spielt nämlich darauf an, daß der römische Statt- Halter den Paulus zwei Jahre hindurch, theils zur Vermeidung von Unruhen theils zur Sicherung seiner Person, in Gewahrsam gehalten. Die Apostelgeschichte 24, 27 glaubt aber noch hinzufügen zu müssen, der Statthalter habe gehofft, ״daß ihm von Paulo sollte Geld gegeben werden, daß er ihn losgäbe." Woher Dies der gute Berichterstatter weiß, der doch kein Herzenskündiger war, erfahren wir nicht; ob Paulus selbst die Vermuthung gehegt, daß er durch Bestechung sich befreien könne, auch in der Lage gewesen diese aufzubringen, aber den Versuch in sittlichem Unwillen unterlassen habe, wagt selbst dieser Berichterstatter nicht zu behaupten. Das thut aber frischweg der Geschichtforscher Ewald! Wo es gilt, die sittliche Geradheit zu empfehlen, dürfte es jedoch überhaupt gerathen sein, Paulus nicht so in den Vordergrund zu stellen, ihn, der ״bei den Griechen ein Grieche und bei den Juden ein Jude" gewesen. Dieselbe Doppelzüngigkeit finden wir auch gerade bei der Geschichte, auf welche sich E. hier mit solcher Bewunderung der apostolischen sittlichen Einfalt beruft. Die ganze Kunst der Paulus'schen Vertheidigung besteht darin, daß er die Thatsache der Auferstehung Jesu als selbstverständlich identisch mit dem Glauben der Pharisäer an die einstige allgemeine Auferstehung darstellen und den Kern- Punkt, daß Jesus der Messias sei, er allein und zwar unmittelbar nach seinem Tode auferstanden sei, verwischen will — gerade dieselbe Phantasmagorie, die E. selbst mit der Auferstehungsgeschichte treibt, indem er in der Schwebe hält, ob man unter der Auferstehung wirklich die leibliche der Person oder figürlich die geistige Fortführung des begonnenen Werkes verstehen soll —, daß er damit die Pharisäer für sich gewinnen und sie gegen die Sadducäer aufhetzen will. Das mag Alles recht klug, von den Verhältnissen geboten gewesen sein, aber man bleibe uns mit dem verhimmelnden sittlichen Ideale zurück! — Was soll nun etwa die Anmerkung auf S. 658, wo von den ״Eiferern" die Rede ist: ״man sehe z. B. wie einer von ihnen, Jesu in Tiberias, gegen Josephus beim Pentateuche schwört, Leben 6. 3". Das Citat ist falsch, und soll es vielleicht c. 53 heißen, woselbst jedoch auch das Angeführte nicht steht. Aber was soll denn diese ganze Angabe? was ist denn mit