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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 3 (1869) · p. Seite 185

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
3 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 185 (sequence 25)
Language
German
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Ewald: Geschichte. 185 vollen Johannes, ist natürlich das aus dem Thalmud hinlänglich bekannte W1Z. Ewald, dem Dies auch nicht unbekannt ist, will dennoch (S. 705 und Anm. 2.) daraus ein!אשכלד!=עצ1וכלד, Traube, machen, oder nsdp גיטו, Burg Gesch, als wäre N28p ein hebräisches Wort und nicht vielmehr dem Hebräischen gänzlich fremd und blos im Arabischen heimisch! Dazu soll dann auch die mittelalterlich-arabische Benennung עעות, welche bei Benjamin von Tudela vorkommt, als Beweismittel dienen! Zur Charakteristik des gemäßigten einflußreichen Simon ben Gamaliel führt er (S. 710 Anm. 1) auch die Sprüche Aboth 1, 17 f. an; allein wenn auch der erste Spruch ihm Wohl angehört, der, allerdings ganz seinem Wesen angemessen, Schweigen und geräuschloses Thun empfiehlt, so ist der zweite in § 18 sicher nicht ihm, sondern seinem gleichnamigen Enkel beizulegen. Was endlich das Citat Schekalim 6, 3 auf S. 260 Anm. 2 besagen will, verbirgt sich Wohl unter einem Druckfehler. Der ganze Raum ist daher den äußern Ereignissen in ermüdendem Eingehen auf alle von Josephus berichteten Einzelheiten zugewendet; eine Charakteristik der innern Zustände suchen wir dergeblich. Was etwa gelegentlich darüber gesagt wird, ist oberflächlich und mit jener vornehmen parteiischen Ueberhebung, die endlich einmal zum Frommen unbefangener Erkenntniß aufgegeben werden sollte. In jenen traurigen Zeiten mußte z. B. die Beseitigung einer jeden verübten Ungerechtigkeit, die Hinhaltung einer jeden bedrohenden Gewaltthat von den römischen Gewalthabern durch die armen Juden mit schwerem Geld erkauft werden, und es kann wahrlich diesen nicht als Schuld angerechnet werden, wenn sie sich dieser Sittenverderbniß unterwerfen mußten. Es ist demnach ein sehr übelangebrachter sittlicher Rigorismus, wenn Ewald (S. 654) die Juden in Cäsarea hart anläßt, weil sie, von den dortigen Heiden unablässig verfolgt, nach einem günstigen Bescheide, den diese erhalten, von ihnen mit dem Verbauen des Einganges zu ihrem (der Juden) Gemeindehause bedroht, den Statthalter durch die Summe von acht Talenten zur Vereitelung dieses ungerechten Vorhabens gewonnen, statt tumultuarisch es nach dem Rathe der leidenschaftlichen Jugend gewaltsam zu verhindern. ״So wenig, bemerkt E. mit salbungsvollem Hochmuthe, verstanden also selbst die edelsten der damaligen Judäer, daß jede Bestechung, auch wo sie am Leichtesten einen vielleicht guten Zweck zu erreichen dienen kann, grundverkehrt und mit der wahren Religion, die sie bekennen

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