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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 3 (1869) · p. Seite 184

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
3 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 184 (sequence 24)
Language
German
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184 Reccnsionen. geistige Bewegung des Judenthums zu versenken weiß, ja aus christlichem theologischen Parteieifer nicht versenken will. Von Beidem bietet uns ein neues Zeugniß die vor Kurzem erschienene neue Ausgabe des sechsten Bandes von Ewald's Geschichte des Volkes Israel, auch unter dem Titel: Geschichte des apostolischen Zeitalters bis zur Zerstörung Jerusalem's (Göttingen 1868. XVIII und 813 S.). In dem mächtig angeschwollenen Buche, welches blos den Zeitraum von vierzig Jahren behandelt, können wir für unfern Zweck bei Seite lassen die politisch-kirchliche Vorrede wie die weite an Ueberschwänglichkeiten reiche Besprechung der dürftigen christlichen Vorgänge jener Zeit, da sie in gar keinen organischen Zusammenhang gebracht sind mit den gleichzeitigen und auf demselben Boden sich bewegenden jüdischen Ereignissen. Der Umfang von mehr als 300 Seiten, welche diesen ausschließlich gewidmet sind, bekundet hinlänglich, wie ausführlich auch sie besprochen werden. Der Verfasser folgt hier fast mit sklavischer Treue dem Josephus, dessen Worte er wiedergiebt, zuweilen sie eigenthümlich deutend, das Von ihm Berichtete nach seiner Auffassung gruppirend, aber ohne die genügende kritische Sorgfalt, welche dem Forscher gerade hier die Parteistellung dieses Berichterstatters auferlegt. Die thalmudischen Quellen und die neueren jüdischen Forschungen zu benützen, verschmäht auch heute Hr. E. noch, nur daß er etwa höchst selten auf Derenburg einige Rücksicht nimmt. Wenn er einmal den Versuch macht, die Mischnah selbstständig zu benützen, so geht er höchst unsicher zu Werke und strauchelt meistens. So wenn er S. 536 Anm. 1 Kenedäos mit Nikanor identificiren will, wenn er S. 701 und Anm. 2 den Namen des Effäers Banus, bei dem Josephus drei Jahre in seiner Jugend verweilt haben will, als ״aus Abuna umgegriecht" betrachtet. Es war ihm an die Hand gegeben, daß derselbe nichts Andres als בנאי (nicht בניא) ist, eine Bezeichnung, mit welcher die Mischnah (Mikwaoth 9, 6) auf die Effäer hinzudeuten scheint, indem sie darunter ״die Bader", die durch häufiges Baden für ihre Reinheit Vorsorglichen versteht, abgeleitet von dem griechischen ßdlvsov, das auch im Byzantinischen sein L abwirft, wie Sachs (Beiträge II, S. 199) sehr annehmbar bemerkt. Wenn E. dennoch an Abuna festhält, so ist dieß der an ihm bekannte Trotz, einen willkürlichen Einfall aller besseren Begründung gegenüber nicht aufzugeben. Gischala in Galiläa, der Geburtsort des an der Spitze der Bewegung stehenden ebenso muthigen wie talent-

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