Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 3 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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174 II. Wissenschaftliche Miscellen. nicht Unreinheit der Frau im Wege steht, als eine von Seiten des Mannes gegen die Frau zu erfüllende Pflicht. Wohl aber berichtet Josephus (Jüd. Krieg II, 8, 13) von den Essäern, daß, während die Einen ganz der Ehelosigkeit huldigen, Andere zwar zur Erhaltung der Welt den Ehebund eingehen, aber mit den Schwängern keine Gemeinschaft haben. Nun wird bei der Entstehung des Christenthums das Erwählen der Ehelosigkeit, als von Verführern ausgehend, von Paulus bekämpft (1. Timoth. 4, 3), gelangt dann später dennoch zu hohen Ehren; den ehelichen Umgang mit Schwängern zu untersagen taucht jedoch dort niemals auf. Dennoch dürfte Ananas Begehren immerhin blos ein Restaurationsversuch einer, wenn auch nur in beschränkten Kreisen geltenden früheren Sitte gewesen sein. 2. Nicht minder finden wir die oben Bd. VI. S. 105 ff. ausführlich besprochene Scheu der Hilleliten und der ersten Anhänger Jesu vor dem Salben mit wohlriechenden Oelen, das sie als verweichlichenden Luxus abwiesen, auch bei den Essäern nach dem Berichte des Josephus. Während sie nämlich die Reinigung durch Waschungen sehr hoch halten (Jüd. Kr. II, 8, 5), betrachten sie (wohlriechendes) Oel als einen Makel und trocknen den Körper sorgfältig ab, wenn sie Wider ihren Willen damit gesalbt werden (das. 3). Es braucht daher für die Effäer nicht mit Hilgen seid (Ztschr. 1868 S. 348) — von den Buddhisten hergeholt zu werden. 5. Juda, der Sohn des Sariphäos. Von Juda, dem Sohne des Sariphäos, und Matthias, dem Sohne des Margalothos, berichtet Josephus (Alterth. XVII, 6, 2—4), daß sie beim Lebensende des Herodes das Volk aufgeregt, den am Tempel angebrachten goldnen Adler, als mit dem jüdischen Gesetze in Widerspruch herabzustürzen und zu zertrümmern, dafür jedoch von dem sich aufraffenden Herodes mit mehreren Genossen durch den Feuertod bestraft wurden. Dasselbe berichtet er im Jüdischen Krieg I, 33, 2—4, nur nennt er die Namen der Väter etwas abweichend, den ersten Sepphoräos, den andern Margalos. Es ist Wohl kaum zu bezweifeln, daß wir in den Alterthümern die Namen richtiger lesen, während sie im jüdischen Kriege verstümmelt sind, wie es scheint, um sie mundgerechter zu machen. Margaloth aber ist die aramäische Form für das griechische Margarites, Perle