Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 3 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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TL Wissenschaftliche Miseellen. 173 nun, daß irgend Jemand die Stelle verkehrter Weise dahin ausgelegt habe, die Söhne Israels genießen nicht mit dem männlichen Gliede die Frauen, also sie enthalten sich des ehelichen Umganges. Das kann schwerlich von jenen Erklärern als allgemein geltendes Verbot des ehelicken Zusammenlebens gemeint sein, auch wohl nicht gut mit dem Kommentar zum Mibchar als unnatürlicher Beischlaf (שלאכדלכה) gedacht werden, vielmehr scheint eben der eheliche Umgang in Zeiten der Schwangerschaft der Frau damit ausgeschlossen werden zu sollen, und die Erklärung von Ezech. 18, 6 wird ganz stillschweigend vorausgesetzt als: er hat die Schwangeren nicht genossen, hat nicht ohne den höhern Zweck der Kindererzeugung bloß dem Sinnengenusse gefröhnt. Gegen die Auffassung des Satzes in Ezechiel in diesem Sinne macht Ahron durchaus keine Einwendung, vielmehr scheint er sie als ganz bekannt keiner weiteren Ausführung bedürftig zu betrachten und sie auch Wohl zu billigen. Die Anwendung davon jedoch auf die Stelle in der Genesis zu machen, erscheint ihm als Schriftverdrehung. Daß Dies Anan selbst gethan habe, ist kaum glaublich, sonst würde es Abulwalid Wohl erwähnt haben, und Ahron hätte sicher seinen Widerspruch nicht in so scharfen Worten ausgedrückt; vielmehr wollte Wohl ein Späterer, mit ängstlicher Treue sich an Anan anklammernd, dessen Ansicht, die er in Ezechiel ausgesprochen zu finden glaubte, damit noch fester begründen, daß er sie bereits in der Genesis nachzuweisen suchte. Ist aber Anan überhaupt der Erste, der an dem ehelichen Umgänge mit der Schwängern Anstoß nimmt? Daß der Zweck der Ehe die Kindererzeugung sei, diese zu erzielen jedenfalls dem Mann als Pflicht obliege, der Umgang mit einer Unfruchtbaren, Alten u. dgl. als nicht zu dem gewünschten Ziele führend Tadel verdiene, ist allerdings pharisäische Lehre; doch finde ich weder bei Pharisäern noch Sadducäern und Samaritanern eine Andeutung dafür, daß es als verdienstlich gelte, mit der Schwängern den ehelichen Umgang zu unterbrechen, vielmehr gilt bei den Ersteren dessen regelmäßige Abwartung, insofern teuch-Commentare des Ahron ben Eliah, zur Stelle (I 72 2) mit den Worten: ואשל החציף פניו והחליל דבלי הכתוב ופילש יאכלו כלך אל ההלים לא אכל והגיד לאבל הנלוליד וכשה נלטעם אשה בלגזלת נשים לאוי לו הגנאי שהשיגו לו הכלפלשים שחסל דעת לשון ותולדת שבאנלת הגיד הוא פועל ואיך יהיה פעול ועוד שכללת כשה השני חאל ואחל שהוא בידיעה היה לאוי להיות גם הבלתואל בידיעה;