Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 3 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Gottesdienst. 163 nigkeit bewahrend, durch den heimischen Ton dem GemüLhe sich anschließt. 3. Besonders muß dafür Sorge getragen werden, daß die Dauer des Gottesdienstes zu . dem Maße verkürzt werde, welches eine anhaltende Andacht ermöglicht. Daher müssen unnöthige Wieder- Holungen, unwesentliche und inhaltlose Stücke wegfallen; selbst die Anhäufung werthvoller Stücke muß vermieden, vielmehr deren Eindringlichkeit dadurch erhöht werden, daß sie in Ab- Wechslung auf verschiedene Zeilen vertheilt werden. 4. Bei aller ehrerbietigen Festhaltung der geschichtlichen Momente im Judemhume dürfen jedoch religiöse Vorstellungen, welche ihre zeitliche Geltung gehabt haben, aber im Fortschritte der Erkenntniß einer reineren Auffassung gewichen sind, nicht in einseitiger und schroffer Betonung beibehalten werden, und muß deren Ausdruck entweder ganz wegfallen oder eine Form wählen, welche einer geläuterten Auffassung nicht widerstrebt. 5. So müssen 1. starksinnliche Bezeichnungen der Gottheit, wie sie in Piutim Vorkommen, beseitigt werden; 2. die Aufzählung der verschiedenen Engel Ordnungen und die Ausmalung ihrer Thätigkeit darf keine Aufnahme finden; 3. der Glaube an die Unsterblichkeit darf sich nicht mit dem einseitigen Ausdrucke leiblicher Auferstehung begnügen, sondern muß in einer Weise ausgedrückt werden, welche auch die geistige Fortdauer einschließt. 6. Was insbesondere die weltgeschichtliche Stellung Israels betrifft, so muß dieselbe dahin scharf betont werden, daß das Judenthum die Religion der Wahrheit und des Lichtes ist, Israel seine Aufgabe erhalten habe und weiter festhalte, Träger und Verkünder dieser Lehre zu sein, und daß sich daran die Zuversicht knüpft, diese Lehre werde immer mehr zum Gemeingute der ganzen gebildeten Welt werden und so Israel sich zur Menschheit erweitern. — Ausdrucksformen, welche diesen erhabenen Gedanken einzuengen geeignet sind, ihn trüben, sind unstatthaft. 7. Es muß demnach die nationale Seite Israels in den Hintergrund treten: 11*