Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 2-3 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 156)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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236 Umschau. 10. Zur Gottesdienst-Angelegenheit. In dem Augenblicke, da ich der binnen wenigen Tagen erfolgenden gänzlichen Vollendung des Gebetbuches im Drucke und dessen baldigster Veröffentlichung entgegensetzen darf, welches nach den in dieser Ztschr. Bd. VII S. 245 ff. aufgestellten Grundsätzen, dem S. 247 ff. danach entwickelten Plane in den zwei verschiedenen Ausgaben, nach dem deutschen und nach dem polnischen Ritus, wie sie das. S. 280 versprochen sind, ausgearbeitet ist: zu derselben Zeit kommt mir die Nr. 14 des Hebrew Leader vom 22. Juli aus New-Iork zu, welche Folgendes über eine Versammlung von Rabbinern in Cleveland Ohio, die sich die Revision des Minhag Amerika zum Zwecke stellten, berichtet: ״Es waren anwesend die Herren: Adler, Chicago; Flügel, Quincy; Goldammer, Cincinnati; Hübsch, New-I)ork; Kalisch, Newarc; Cleeberg, Louisville; Kohn, Cleveland; Lilienthal, Cincinnati; Mayer, Cleveland; Mayer, Richmond; Sonneschein, St. Louis; Thuska, Memphis; Wise, Eincinnati. Die Versammlung eonstituirte sich am 12. Juli . . . Zuerst wurden die Grundsätze beschlossen, welche bei der vorliegenden Arbeit die Versammlung leiten sollten. Die hebräische Sprache soll in den ältesten Gebetstücken beibehalten bleiben. Alles was Bezug hat auf die Rückkehr nach Palästina, die Erwartung eines persönlichen Messiah, die Wiederherstellung des Opfercultus, die leibliche Auferstehung und die Engellehre, soll mit durchgreifender Consequenz ausgeschieden werden. Dem hebräischen Text soll eine selbstständige Bearbeitung in deutscher oder englischer Sprache gegenübergestellt werden. Die außerhebräischen Originalgebete sollen die erhabenen Grundsätze des Judenthums und die heilige Mission Israelis in geeigneter Weise zum Ausdrucke bringen. Nachdem diese Sätze zur Richtschnur ausgestellt waren, ward eine Com- Mission, bestehend aus den HH. Hübsch, Mayer (Cleveland), Sonneschein und Kleeberg ernannt, um eine Vorlage für Wochentags- und Sabbath-Gottesdienst vor die Versammlung zu bringen . . . Die Vorlagen der Commission wurden mit eingehender Sachkenntniß und mit würdevollem Ernste besprochen . . . Die Begeisterung für das Gute und das allgemeine Bestreben, der Wahrheit die Ehre zu geben, führte fast in allen Punkten ein einstimmiges Resultat herbei. Ehe die Vorlagen für den Sabbath-Gottesdienst durchgenommen wurden, ward eine Resolution eingebracht und einstimmig angenommen des Inhalts: daß der im Decalog gebotene