Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 2-3 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 154)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2420973-2421001-2421003--2499-2423431- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
234 Umschau. 8. Gesellschaft zur Verbreitung der Kenntniß der hebräischen Literatur. Im englischen Athenaeum vom 18. Dec. liest man Folgendes: ״Es ist der Vorschlag gemacht, eine Gesellschaft zur Verbreitung der Kenntniß der hebräischen Literatur zu bilden, welche die Veröffentlichung von Uebersetzungen, mit oder ohne den Original-Text, sei es ganzer Werke oder bloßer Auszüge und ausgewählter Stellen zu unternehmen sich zur Aufgabe stellt, je nach der Natur ihres Inhaltes. Ein weiterer Gegenstand ist die Einrichtung von Vorlesungen, die in regelmäßigem Cursus die Erklärung wichtiger hebräischer Werke sich vorsetzen, und periodische Zusammenkünfte. Der Beitrag soll eine Guinee jährlich betragen. Bedeutende Namen sind schon unterschrieben, und das provisorische Comitee wird binnen Kurzem einen ins Einzelnere gehenden Prospect veröffentlichen. Es ist zu hoffen, daß die ehrenwerthen Männer in ihrem löblichen Vorhaben den ihm zu wünschenden Erfolg haben mögen. Christen wie Juden können sich darin vereinigen, zumal da es sich hier um die nachbiblische Literatur handelt." Auch wir sehen mit theilnehmender Erwartung dem Gelingen eines Planes entgegen, der unter tüchtigen Leitern nur höchst förderlich sein kann zur vertrauteren Bekanntschaft mit einer Literatur, über welche die irrigsten Ansichten verbreitet sind; an den pecuniären Mitteln und an den gedruckten wie handschriftlichen Werken der hebräischen Literatur fehlt es England nicht. Das Unternehmen unterscheidet sich wesentlich von früheren ähnlicher Tendenz. Hier will eine wirkliche Gesellschaft mit den entsprechenden Mitteln zusammentreten, sie wird sich dazu befähigte Vertreter wählen, welche nicht blos nominell an der Spitze stehn, und, was die Hauptsache ist, sie begnügt sich nicht mit der Herausgabe alter Texte, ja sie legt darauf nicht den Nachdruck, sondern sie will die Werke, die es verdienen, ganz oder ihrem wesentlichen Inhalte nach durch Uebersetzungen und Bearbeitung dem gebildeten Publicum zugänglich machen. Man sieht, daß Zweck, Anordnung und Leitung dieses Unternehmen vor dem früheren Filipowski's und dem gegenwärtigen Silberrnann's auszeichnet. Die Frage ist nur, ob die rechten Kräfte sich finden. Nach einem Berichte des Jewish Clironicle — wie ich aus U6dr6>v U6aä6r vom 15. Juli ersehe — ist am 29. Juni in Lon-