Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 2-3 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 152)
- Language
- German
- Belongs to
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232 Umschau. dem Zusammenhänge nach: euer Messias ist euer, d. h. er erscheint in Palästina und so wird mir die Auferstehung außerhalb desselben erschwert. *) — Die karäische Literatur bietet aber durchaus keine Handhabe dafür, gerade Me'ir mit besonderem Hohne zu verfolgen. Umgekehrt glaubt Hr. W., es sei die Absicht des jerus. Th. den Elieser ben Hhrkan zu verherrlichen. Er findet Dies zuerst in der abweichenden Auffassung, welche dieselbe mit der Bezeichnung פובלותי, die Elieser beigelegt wird, verbindet. Wahrend die bab. G. darunter ״einen Gebannten" versteht, bedeutet er der jerus. G. ״Anhänger Schammai's". Im Ganzen macht Dies Nichts aus, denn j. Motzd katon 3, 1 erzählt gleichfalls, daß El. in den Bann gethan worden, mit denselben Umständen wie b. Baba mezia 59 d. Der Ausdruck עגבלותי scheint ursprünglich wirklich nichts Anderes bedeutet zu haben, als Anhänger des Schammaithums zusammengezogen aus עובלאות, abgeleitet von עופלי), und das Verbum עוכלת mit seinen Derivaten mag zunächst den Sinn gehabt haben: als einen Anhänger des Schammai erklären, und damit war in Palästina, wo das Hillel'sche Patriarchat herrschte, die Ausschließung schon ausgesprochen; in Babylonien behielt das Wort die Bedeutung des Ausschließens, in den Bann Legens bei, verlor aber seine ursprüngliche Beziehung auf Schammai, gegen den die Erbitterung in den Hintergrund trat. Wenn Elieser, obgleich ein Anhänger der alten Halachah, hie und da im Jeruschalmi doch emporgehoben wird, so tritt dieses auseinandergehende Urtheil über Elieser, das ihn einerseits außerordentlich hochstellt und ihn andererseits doch verdrängt, im ganzen Thalmud an vielen Stellen hervor und ist dasselbe bereits in dieser Ztschr. Bd. VI S. 131 ff. erklärt worden. Aecht diplomatisch vermittelnd ist der Ausspruch, der dem Rabbi in Uebereinstimmung mit dessen Charakter beigelegt wird und den Hr. W. so wiedergiebt — ich finde augenblicklich die Stelle nicht; die von W. angeführte j. Moed katon 3, 1 ist Wohl Schreibfehler —: ״Würde mir Jemand mit Gewißheit sagen, so und so hat R. Elieser gelehrt, so würde ich seine Lehrsätze unbedingt annehmen. Daß ich aber dies nicht Lhun kann, liegt allein in dem Umstande, weil man nur zu oft dem R. Elieser Lehr- Meinungen untergeschoben, die ihm nicht gehören, seine wirklichen *) Andere Erklärungen vgl. bei Frankel, Darkhe ha-Mischnah S. 155 Anmerk. 7.