Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 2-3 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 131)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ausländische Zeitschriften. 211 eine Einleitung in das alte Testament herausgegeben nach den neuesten kritischen Grundsätzen, die lebhafte Aufmerksamkeit erweckt hat und die auch ins Französische übersetzt worden, aber mit Weglassung eines großen Theils des gerade hier so unumgänglich nöthigen gelehrten Materials. Im vorigen Jahre erschien von ihm: De Godesdienst van Israel. Diese Arbeit bildet einen Theil des großen Gesammtwerkes, welches von einer Vereinigung holländischer Gelehrten für das größere wissenschaftlich gebildete Publicum über die wichtigsten asiatischen Religionen dort erscheint, und sie reiht sich würdig der Bearbeitung des Islam und seiner Entstehungsgeschichte durch Dozh und den übrigen Theilen der Sammlung ׳ an. Die tiefere Einwirkung dieses verdienstlichen Unternehmens wird leider durch den Umstand gehemmt, daß die Schriften eben holländisch abgefaßt sind, diese Sprache nun - einmal keine Weltsprache ist und ihre Leistungen sich nicht über die Gränzen des kleinen Landes, dem sie ihre Entstehung verdanken, verbreiten. Um so willkommener nun ist es, daß Reville sich zum Dollmetsch der ebengenannten letzten Schrift Küenen's macht. Reville's Abhandlungen nämlich knüpfen sich, nach Art der englischen Essays und ähnlicher andern Arbeiten der Revue, meistens an hervorragende neue Erscheinungen der Literatur, an deren Hand der Gegenstand in selbstständiger Behandlung den Resultaten nach der ganzen gebildeten Welt vorgeführt wird. Man erfährt da allerdings niemals recht, was dem ursprünglichen Verfasser, was dem neuen Bearbeiter angehört; allein man mag sich bei dieser Doppelarbeit vollkommen beruhigen. Dieser Fall ist es nun auch mit der Abhandlung Reville's in dem Hefte vom 1. Sept. der Revue (S. 76—112), welche überschrieben ist: Ra religion primitive d’Israel et 16 developpement du monotheisme (Die ursprüngliche Religion Israelis und die Entwickelung des Gotteseinheitsglaubens), die sich auf das Küenen'sche Buch stützt. Es ist unmöglich, aus diesem Aufsatze, der selbst blos in knapper Weise Resultate von tiefgehenden Forschungen zusammenstellt, eine noch kürzere Inhaltsangabe darzubieten, und müssen wir uns damit begnügen auf denselben hingewiesen zu haben. Dies aber geschieht mit um so größerem Rechte, als der Gang der inneren historischen Entwickelung mit aller Schärfe beleuchtet wird und das Urtheil ein gesundes ist. Das Moment, das ich vermisse und welches mir dennoch vorzugsweise maßgebend zu sein scheint, das ist überhaupt noch 14*