Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 2-3 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 122)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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202 Recensionen. 5. Geschichte des hebräischen Volkes und seiner Literatur von Samuel Sharpe. Mit Bewilligung des Verfassers berichtigt und ergänzt von Dr. H. Jolo wicz. Leipzig und Heidelberg 1869. XII und 187 S. kl. 8. Verfasser und Uebersetzer — man weiß in der vorliegenden Übersetzung nicht, wieviel dem elfteren, wieviel dem letzteren angehört — wollen die Geschichte des hebräischen Volkes und seiner Literatur nach den in neuester Zeit gewonnenen kritischen Resultaten in schlichter, jedem Gebildeten zugänglicher Weise erzählen; es soll von den Begebenheiten nur das mitgetheilt werden, was als historische Thatsache gesichert ist, und ebenso soll die Literatur der Zeit beigelegt werden, in welche sie die kritische Untersuchung versetzt. Das ist im Principe gewiß nur zu billigen. Wir werden daher mit dem Büchlein nicht zu rechten haben, wenn die Zeit vor den Richtern als eine nur der Sage angehörige übergangen und erst später bei dem Inhalte der über sie berichtenden Schriften gesprechen wird, und wenn als Grundsatz aufgestellt wird (S. 104): Es giebt nur sehr wenige biblische Schriften, aus denen die Kritik nicht Zusätze und Einschaltungen von späterer Hand aussondern muß. Allein die Ausführung wird, bei dem noch herrschenden Mangel an Uebereinstimmung in der kritischen Methode und deren Ergebnissen, an vielen Orten auf Widerspruch stoßen, und man wird sich mit Annahmen, die auf bestrittenen kritischen Grundsätzen ruhen, nicht einverstanden erklären. So wird Mancher es auffallend finden, wenn S. 12 Ende gesagt wird, Simson werde niemals Richter genannt, gegen Nicht. 16, 31, wenn S. 26 und 49 von dem ״Buche der Kriege Jehovas" gesprochen wird, während mehrfach nachgewiesen ist, daß ein solches nicht existirte und nur aus einer mißverstandenen Stelle deducirt wird, wenn S. 47 Ps. 110 davidisch genannt wird, entgegen der Behauptung Anderer, daß er zadokitisch sei, wenn S. 113 die Behauptung ausgestellt wird, Jesaia, Jeremia, mehrere Psalmen gebrauchten Jakob und Israel neben einander, indem sie mit elfterem das Reich Juda, mit letz- Lerem das Nordreich bezeichnen wollten, eine Behauptung, die sehr willkürlich zu sein scheint, während allerdings in spät er n Schrif- Len so Jakob neben Josef gebraucht wird und mehr dergleichen. Doch ist jedenfalls der Versuch und der Ernst in der Aus-