Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 2-3 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 123)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Astrüe: Geschichte. 203 führung sehr anerkennenswerth und ist das Buch, als geeignet weithin gesundere Ansichten zu verbreiten, empfehlenswerth. 21. Dee. 6. Histoire abregee des Jnifs et de leurs croyances par Elie Aristide Astruc ... grand-Rabbin de Belgique. Paris, Hacbette, 1869. IY u. 140 S. 16. Dieses Büchlein, eigentlich außer dem Gesichtskreise dieser Zeitschrift liegend, da es blos den Zwecken der Schule dienen will, erwähnen wir hier dennoch wegen mancher es auszeichnenden Eigenthümlichkeit. Es begnügt sich nämlich nicht, den Inhalt der biblischen Geschichte kurz anzugeben, sondern es führt auch die Geschichte der Juden und des Judenthums bis auf Mendelssohn herab, ja es umfaßt auch die Geschichte des Christenthums, namentlich insofern in diesem ״der jüdische Gedanke" mehr zur Herrschast gelangt, behandelt Arms, Pelagius, die Albigenser, Luther, die andern Reformatoren und den neueren Protestantismus, ebenso die Entstehung des Islam und seinen religiösen Inhalt. Wie sich in dieser Anlage des Büchleins ein weiter Blick bekundet, so geht auch die Behandlung von sehr freisinnigen Gesichtspunkten aus. Ein Beispiel mag dieselbe kenntlich machen. ״Das Opfer Jsaak's" wird S. 19 folgendermaßen berichtet: ״Unter der Herrschaft dieses religiösen Gedankens unterwarf sich Abraham, bereits hoch an Jahren, der Beschneidung und hielt er sich, nach dem Brauche jener Zeit, verpflichtet, seinem Gotte seinen Sohn Isaak, dieses geliebte Kind seines Alters, als Brandopfer darzubringen. Allein der wahre Gott konnte ein solches Opfer nicht annehmen. Ein Bote des Ewigen, sagt die Bibel, kam dem Abraham zu verbieten, daß er sein Vorhaben ausführe, und seitdem hatten seine Nachkommen in Isaak ein feierliches Zeugniß, daß Gott die Menschenopfer nicht dulde." Es ist natürlich an ein Büchlein von diesem Umfange und von dem ausgesprochenen Zwecke nicht der Anspruch zu stellen, daß es wissenschaftlich fördere, doch ist Wohl zu verlangen, daß nicht unrichtige Ansichten in ihm verbreitet werden, und so würden wir gewünscht -haben, daß die Secten auf S. 97—100 mit größerer Rücksicht auf die neuerdings gewonnenen Ergebnisse behandelt worden wären. Jedenfalls verdient das Büchlein wegen seiner selbstständigen