Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 2-3 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 121)
- Language
- German
- Belongs to
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Chajes: hebr. Grammatik. 201 Uebersetzers und ebenso wenig zur Erweiterung unserer chaldäischen Sprachkenntniß. Ich beschränke mich auf zwei Bemerkungen. Erstens daß בלעויזבין־ tu V. 21 ebensowohl actives wie passives Participium sein kann, daher kein Grund vorliegt, dasselbe mit dem Vers, in letzterem Sinne zu nehmen. Wichtiger ist ein Zweites. Hr. S. liest in V. 9 mit Buxtorf דבידז :צורבא und übersetzt auch demselben folgend — wie Beides auch in der Londoner Polyglotte geschieht — צודבא mit: Kraft. Allein diese Bedeutung scheint mir für das Wort willkürlich angenommen zu sein und auf gar keinen Belegen zu beruhen, ebenso erscheint mir die Lesart eine irrige, und soll vielmehr צורכא: mit Khaf gelesen werden. Der Ausdruck איוז (לית) ביד! צרו־ך, (nicht) tauglich, brauchbar, ist in den Thargumim ziemlich häufig, die Stellen dafür von Elias in Methurgeman beigebracht und ebenso noch vermehrt von Buxtorf selbst. Dies ist nun auch hier das Richtige. Ebenso läßt sich auch I. Levy im Wb. von Beck verleiten im Tharg. 2 Ehr. 34, 10 ל&רבא zu lesen und auch da die Bed.: befestigen, anzunehmen. Allein die Emendation Beck's ist unbegründet, es ist richtig, wie Beck im Codex vorgefunden und auch abgedruckt hat, ל£יורכא, noch correcter wie es bei Wilkins lautet,!ל112״ביד mit dem Suffix, also: für das Bedürfniß, d. h. für die Ausbesserung des Hauses. 23. Aug. 4. Ueber die hebräische Grammatik Spinoza's. Promotionsschrift von Dr. Adolph Chajes. Breslau 1869. 32 S. Mit Einsicht und Fleiß behandelt der Verf. das uns von Spinoza hinterlassene Fragment einer hebräischen Grammatik, wobei freilich der Verf. selbst anerkennen muß, daß das grammatische Gebiet nicht das geeignete Feld für Sp.'s geistige Thätigkeit war. Sp. kennt nur ein starres unveränderliches Sein, kein Werden, und so giebt es für ihn keine Begriffsbildung, sondern blos feststehende Begriffe, in ihm gestaltet sich nicht die Sprache aus dem Flusse der Erscheinungen, also aus dem die Thätigkeit, Veränderlichkeit ausdrückenden Verbum, sondern aus dem festen Nomen, zu dem er Alles erstarren machen möchte. Sein grammatischer Versuch dient daher mehr zu seiner eigenen Charakteristik als zur Verdeutlichung der hebräischen Sprache. 3. Nov.