Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 2-3 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 120)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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200 Recensionen. sollen, daß ihm der Sprachgebrauch, Jakob als Juda zu fassen und es neben Joseph, das das Reich Israel oder Efraim bezeichnet, wie auch in Ps. 77, 16 (Nah. 2, 3 Jakob neben Israel), geläufig ist (V. 18). Ja, in V. 20 geht der- Vfr. noch weiter und nimmt selbst die Bezeichnung ״Söhne Jsrael's" für die Judäer in Anspruch, wie Aehnliches in der Chronik vorkommt. Der Wohl an manchen Corruptelcn leidende und daher dcm vollen Verständnisse bisher unbesiegbare Schwierigkeiten entgegenstellende Vers scheint von Zwei Vertreibungen zu sprechen, der ersten, der ,,der Söhne Jsrael's", unter Jojachin, und der zweiten, der ״Jerusalem's", unter Zidkiah. — Auch die Dreitheilung Juda's (V. 19) in Süden, Ebene und den an Efraim gränzenden Theil (Berg) scheint späteren Datums zu sein; wir finden dieselbe wieder in Jeremia und Josua und Mischnah Schebi'ith 9, 2. — Ich würde auch das Wort N22׳ in dem Sinne von: vollständig aufwühlen, aufzehren, wie es passive als Hifil in V. 6 vorkommt — während in der Parallelstelle Jer. 49, 10 gerade dieser Ausdruck fehlt —, als einem spätern Zeitalter angehörig betrachten, denn die ähnliche Bed.: von einem Felde vollständig die Frucht auflesen, tritt in dem mischnaitischen :אבעיד, Ablese, Peah 4, 5 hervor, und dasselbe ist dann vom Viehe gebraucht: das Feld vollständig abweiden, woher Hifil: das Vieh zum Abweiden aufs Feld treiben, was נלבעד in Mischnah Baba kamma 1, 1 heißt — ein Ausdruck, den der Samaritaner auch in seinen Zusatz 2 Mos. 22, 4 aufnimmt — und zu beiden Mischnahstellen beruft sich die Gemara, zu der elfteren die jerusalemische, zur letzteren die babylonische, mit Recht auf unfern Bibel- Vers. Auch Jes. 64, 1 (2), wo das Wort im Kal vorkommt, dürfte am Besten in dieser Bed. zu fassen sein: wie das Feuer das Wasser aufzehrt, und wir stehn auch bei dieser Stelle auf dem Boden der späten Zeit. Ein Bedenken erregt mir nur Jes. 30, 13, wo das Wort, wie hier in der Nifalform, nach meinem Dafürhalten auch in gleicher Weise zu erklären ist: wie ein fallender (mit dem Herabfallen drohender), durchwühlter Riß (zerrissenes Mauerstück); hier aber haben wir kein Recht auf eine späte Zeit zurückzugehn. Hr. S. wendet seine Aufmerksamkeit vorzugsweise dem Thargum zu, doch bietet dieses eine Capitel, aus dem das ganze Prophetenbüchlein besteht, das dabei im Ganzen keinen Raum zu abweichenden Auffassungen zuläßt, wenig zur Charakteristik des