Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1870-01-01 · 2-3 (1870) · p. Seite 199

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
8 (1870)
Issue
2-3 (1870)
Date
1870-01-01
Page
Seite 199 (sequence 119)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2420973-2421001-2421003--2464-2423396
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seydel: Obadia. 199 Auch die Schrift des Hrn. Badt über die sibyllinischen Schriften, soweit sie jüdischen Ursprungs sind, zeigt Vertrautheit mit ihrem Gegenstände, doch muß die Untersuchung umfassender angelegt sein und in die ganze Zeitrichtung mehr eindringen, wenn sie fruchtbringend sein soll. Freilich sind diese Pseudepigraphen oder Apokalypsen ein so unsicherer Boden, daß kaum fester Fuß darauf zu fassen ist. Umsomehr dürfen einzelne charakteristische Momente nicht übergangen werden. So mußte der hier (S. 46) wiederkehrende Gebrauch des f/Yxpiorog für Gott, der in späteren biblischen Schriften und den Apokryphen nachgewiesen ist, ernster in's Auge gefaßt werden, deßgleichen der wiederholte Kampf gegen Päderastie (S. 48. 50. 78. 79), wie er sich bei Pseudo-Phokylides findet, der Gebrauch von Gog und Magog (S. 34), wie er in der thalmudischen Literatur, auch im Koran, vorkommt, während in der Bibel (gegen Anm. 3) Magog Name des Landes ist. * *) 9. August. 3. Vaticinium Obadiae, secimdum textum Hebraicum et cbaldaicam Jonatbae interpretationem, ratione habita translationis Alexandrinae, comparatum et illustratum. Commentatio critico-exegetiea, quam scripsit Woldemarus Seydel. Leipzig 1869. 64 S. 8. Auch diese Jnaugural-Dissertation ist ein genügendes Zeugniß von dem Ernste ihres Vfrs. und von seiner erworbenen Befähigung. Indem die Arbeit zu keinem tieferen Eingehn veranlaßt, bemerken wir nur, daß für die Bezeugung der späten Zeit, in welcher Obadiah geschrieben, das Moment hätte hervorgehoben werden Abraham, wie nämlich früher berichtet worden, Gott sei dem Abraham erschienen, dieser habe dann von jenem verlangt, er möge verweilen עד כויגבלל חסד למלאכים . Was Hr. W. mit der Uebersetzung sagen will: nuntiisqne mandaret, ut indulgerent iis et faverent, ist nicht zu begreifen; es muß heißen: bis er (Abr.) den Engeln (den drei Männern, welche er erblickt) seine Liebespflicht erwiesen (sie gastfreundlich ausgenommen) haben werde. *) Ebenso hat auch schon Offenbarung Johannis 20, 8 und Koran 21, 96: Gog und Magog. Interessant ist die Abweichung zwischen der ersten und der zweiten Recension des jernsalemischen Thargum zu 4 Mos. 11, 26. Während ersteres hat: חא בללכא סליק בלן ארעא ד בל גוג בסון? יונליא, liest letzteres:!בסוף ע^ יונליא גוג ובלגוג וחיילותיה סלמיו. Ersteres wäre demnach ein Bestandtheil aus sehr alter Zeit.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.