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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1870-01-01 · 2-3 (1870) · p. Seite 187

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
8 (1870)
Issue
2-3 (1870)
Date
1870-01-01
Page
Seite 187 (sequence 107)
Language
German
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Stein: Thalmud. Terminologie. 187 noch ferner bemerkt, es komme dies ״besonders in Redensarten vor, die eine Frage oder Erstaunen ausdrücken", ist mir unfaßbar, noch weniger, was hier die Formen תידויןין ,תיצבייין — wie Hr. St. punctirt — sollen. Dieselben sind aus dem Formulare des Scheidebriefes, bei welchem die Scrupulosität die seltsamsten orthographischen Monstra erzeugt, und so erging es namentlich den zwei erwähnten Worten. Diese sollen eigentlich תיזלון־ין und תיצכיין geschrieben werden in der Bed.: Du (Weib) seist, willst; nun aber könnten dann diese Worte, weil unpunctirt, auch תיזלו;ין und תיצביין gelesen werden, so daß das zweite Jod nicht als m.!, sondern als Zeichen für die Geltung des ersten als eines Consonanten betrachtet würde, und die Form wäre dann Pl. fem.: ihr (Frauen) seiet, wollt. Um dieses Mißverständniß zu beseitigen, verlangte man, daß ein drittes Jod eingefügt werde, welches die Aussprache mit Chirek feststelle, und gelesen soll natürlich nicht anders werden als תיזלויין und תיצביין. Auch steht אבללי nicht für אבללו, sondern ist abgekürzt von אבללין, Part. Pl. mit Präsensbed., gerade wie כלי Pl. ist, abgekürzt von כליך (was unter!כלד verkannt wird), hingegen ist אפי in כלפי (vgl. unter diesem Worte) der Pl. 8t. 60u8tr. — דואיל ואוזא לידן entspricht ganz dem Deutschen: da es uns zur Hand kommt. — Die von יצא abgeleiteten Redensarten sind sehr dürftig behandelt, und enthält bereits mein Glossar zu den Lesestücken Eingehenderes. Ueber לא כי war mein Lehrbuch S. 24 f. zu benutzen. — Seltsam ist, daß כלל in der Frage בפילועז עונליעא לך או נלכללא עו' ל von Hrn. St. genommen wird ״in dem Sinne von Alltagsgespräch, wobei man nicht daran denkt, daß man sich darauf berufen werde, wogegen ein in dieser Absicht ausgesprochener Satz כפילות heißt." Die Frage wird vielmehr dann angewendet, wenn ein Lehrer im Namen einer frühern Autorität eine Entscheidung für einen bestimmten Fall, namentlich eine Entscheidung zwischen zwei streitenden Gelehrten (זללכזל כלכלי פלובי) berichtet. Nun fragt es sich, ob der Berichterstatter diese Entscheidung ausdrücklich (בפילועו) so gehört habe oder ob er seine Angabe für diesen Fall eigentlich gar nicht gehört, sie aber aus einem allgemeinen Grundsatze (כלכללא) erschließt, weil der Fall darunter zu subsumiren ist. So wird die Phrase gebraucht Schabbath 39 b und sonst. Schon mehr uneigentlich ist der Gebrauch, wenn vermuthet wird, der Berichterstatter habe die Entscheidung nicht bei diesem, sondern

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