Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 2-3 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 98)
- Language
- German
- Belongs to
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178 Recen fronen. gewöhnt sind, einen jeden Satz sich auch nach seinem Wortgefüge klar zu machen, ist es von besonderer Wichtigkeit, diese änigmatisch zusammengepreßten Ausdrücke nach ihren Besiandtheilen und nach der Entstehung der ihnen beigelegten Bedeutung zur Klarheit zu bringen. Indem Hr. Stein Dies unternimmt, macht er einen sehr verdienstlichen Anfang zur Lösung einer Aufgabe, welcher bisher auch in den thalmudischen Wörterbüchern nur sehr geringe Aufmerksamkeit zugewendet worden. Als einen willkommenen, mit hingebendem Ernste unternommenen Versuch begrüßen wir daher die vorliegende Arbeit des Vfrs., die freilich noch sehr der Ergänzung, auch mannichfach der Berichtigung bedarf. Ueber die Abgrenzung des Stoffes wollen wir nach der einen Seite hin mit dem Vfr. nicht rechten, obgleich er viele Wörter aufnimmt, die durchaus nicht Termini sind. Nach der andern Seite hin fehlt jedoch auch Vieles, was hier nicht übergangen werden durfte und wofür theilweise schon mein Gloffar zu den ״Lesestücken aus der Mischnah" (Breslau 1845) Genügendes an die Hand gegeben hätte. So sind z. B. die verschiedenen An- Wendungen von *אמו unter diesem Worte ganz übergangen, wie das häufige טונאניר vor der Anführung einer biblischen Belegstelle, das ואומר vor einer zweiten Belegstelle, das («in) עליו דהיזוב אומר bei der Anwendung einer Bibelstelle auf einen speciellen Fall, namentlich bei ethisch-haggadischen Aussprüchen, besonders das ziemlich schwierige תלמוד לומר, das unter תלמוד drüberhin angeführt und sehr ungenügend erklärt ist. Dort heißt es: תלמוד heiße Anweisung, Andeutung, daher der Ausdruck für Belege תלמוד לומר, die Schrift sagt. Diese Erklärung ist unzulänglich und ungenau. למד und מלמד wird für die Behauptung angewendet, daß ein ungewöhnlicher oder weitläufiger Ausdruck von der Schrift deshalb angewendet worden, damit eine nicht ausdrücklich ausgesprochene Lehre daraus erschlossen werden soll: es lehrt, zeigt an. Daher bedeutet תלמוד eine solche erschlossene Lehre; so z. B. in Baraitha Baba Kamma 104 b, woselbst aus der Ausführlichkeit, mit welcher die Schrift dieselbe Vorschrift für vier verschiedene Fälle wiederholt, eine neue Gesetzbestimmung erschlossen und Dies bezeichnet wird mit ״ ,יטו תלמודdarin liegt eine Lehrerweiterung/") Weit häufiger r) Dieser Ausdruck ist allerdings sehr selten, so daß ein Schüler, der ihn von dem Lehrer im Vortrage hörte, nicht sicher war, ob er richtig gehört