Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 2-3 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 88)
- Language
- German
- Belongs to
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168 Recensionen. Hände im gewöhnlichen Zustande. Mit der Bezeichnung des Opfertodes Jesu als eines xoivov, gemeinen, ist für den Verf., der darin das heiligste Opfer erblickt, das Schlimmste ausgesagt. Es ist daher ebenso falsch, wie überflüssig, wenn Grimm (a. a. ׳O. S. 39) meint, der Verf. rede von Solchen, welche ״das Bundesblut, in welchem sie geheiligt sind, für unrein, also den Tod Jesu für die gerechte Strafe eines gemeinen Frevlers ansehen!" Eine solche Schärfe liegt durchaus nicht in dem Ausdrucke; dem Priester steht ein Gegenstand schon tief genug, wenn er nicht priesterlich geweiht ist, und ebenso dem Pharisäer, der sich möglichst die Priesterbräuche und damit die Priesterweihe aneignen will, wenn er auch nicht von Aharon's Geschlecht ist. Schriftsteller, die aus diesen Anschauungen hervorgehn, bedienen sich daher des Ausdruckes xoivov in dieser prägnanten Bedeutung, unser priesterlicher Verf. wie der vollständig noch im Judenthume stehende Marcus, während Matthäus (IS, 2) und Lucas (11,38), die sich bereits aus dem Judenthume herausgelebt haben, bei derselben Erzählung diesen Ausdruck nicht kennen. 15. März. Kecensionen. 1. ד!חלוץ (He-Chaluz). Wissenschaftliche Abhandlungen über jüdische Geschichte, Literatur und Alterthumskunde. Von O. H. Schorr. Achter Jahrgang. Frankfurt a. M. 1869. 178 S. 8. Der größte Theil dieses Heftes (die ersten 120 Seiten wie die Zusätze von S. 167 an) ist wiederum der Untersuchung gewidmet über den Zusammenhang des Judenthums mit dem Parsismus oder vielmehr über die Entlehnungen, welche das erstere aus dem letzteren gemacht. Meine Bedenken gegen diese etwas raschen Zusammenstellungen und Analogieen habe ich schon früher (diese Ztschr. Bd. IV S. 70—74) ausgesprochen; sie haben Hrn. Schorr's Zu- Verficht nicht erschüttert (S. 79), und ich muß zu meinem Bedauern bemerken, daß seine erneuten Behauptungen ebensowenig meine Bedenken besiegt, daß sie sie noch eher verstärkt haben. Es wäre allerdings recht wünschenswerth, wenn competente Kenner des Par-