Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 2-3 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 87)
- Language
- German
- Belongs to
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VIII. Ueber den Hebräerbrief. 167 krüglein und den Stab Aaron's im Allerheiligsten sich befinden läßt (9, 4; vergl. Grimm a. a. £).), da dieselben ja eben, nach Anleitung biblischer Aussprüche, der Tradition als in der Bundeslade aufbewahrt galten, was natürlich mit dieser nach der Zerstörung des ersten Tempels Alles verschwunden. Wenn man aus solchen Angaben, denen man erst ein ihnen gar nicht angehöriges fremdartiges Gepräge aufzudrücken bemüht ist, die ausschweifendsten Schlüsse zieht, so ist es erfreulich, daß der Gelehrte, welcher in neuester Zeit den Brief bespricht, Wilibald Grimm (a. a. O. S. 19—77), mit nüchternem Sinne solche Folgerungen abweist. So zerstreut er (S. 57 ff.) die Träume, welche man sich gebildet von den Beziehungen des Briefes auf den Oniastempel zu Leontopolis ebenso wie man Hinweisungen bei Philo finden wollte, ganz glücklich. Nur hätte er Wohl daran gethan, wenn er auch seine frühere Annahme, als seien die Verfasser der beiden Makkabäerbriefe ״orthodoxe Alexandriner" und hätten die Tendenz, ihren Landsleuten Ehrfurcht vor dem jerusalemischen- Tempel einzuflößen, nicht hier (S. 54) wiederholt hätte. Manchen christlichen Gelehrten bleiben nun einmal die neueren jüdischen Forschungen, ohne welche jedoch weder die Apokryphen noch die neutestamentlichen Schriften zum vollen Verständniß gelangen können, unbekannt, jedenfalls von ihnen unbenützt. Wie Grimm gar Nichts von meinen schon vor 13 Jahren angestellten Untersuchungen über die Makkabäerbücher zu wissen scheint, so hat er auch keine Ahnung von meiner Andeutung über Ausgangspunkt und Richtung des Hebräerbriefes, die, meines Dafürhaltens, ihn weit sicherer geführt haben würde. Dem priesterlichen Verf. gilt es vor Allem, Jesus als den Hohenpriester und zwar weit höheren Ranges als alle ehemaligen aharonidischen und seinen Opfertod als das heiligste, ein für alle Mal genügende, keiner Wiederholung bedürftige, ja alle Tempelopfer aufhebende Opfer nachzuweisen. Das ist natürlich auch der Sinn von 10, 29, wenn er sagt, daß der die höchste Strafe verdiene, welcher das Blut des Bundes, in dem er geheiligt worden, d. h. eben den Opfertod Jesu, als xotvov, als gemein, nicht geweiht, betrachte, xolvov ist die Uebersetzung von חל (Ezech. 42, 20), der Gegensatz von כןיךש, also das Gewöhnliche, Nichtgeheiligte. So gebraucht auch Marcus (7, 2) den Ausdruck ״gemeine Hände", xoivcd, für solche, die nicht vor dem Genusse einer Speise gewaschen worden (ävmrot)) es find eben die