Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 2-3 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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VIII. Ueber den Hebräerbrief. 163 gekannte זלשליב: חלשדות fälschlich mit dem Sin. Vgl. LXX und Ezrabuch; der Shr. liest: זלישלים ח־זיעגלות. — C. 36, 17 bat d. T. als Uebers. von אלכוכא — ויעגען, vielleicht bloß zur Vermeidung der Tautologie von זקן־ es metaphorisch erklärend; die LXX lassen es ganz aus, Syr. und I Ezr. scheinen ויוכק gelesen (oder es so verstanden? vergl. jedoch zu Hiob 15, 10!) zu haben. — Wir haben hier eine beträchtliche Reihe zum Theil sehr gewichtiger und zum Theil sehr lehrreicher Abweichungen und Werthvoller Lesarten, die eine kritische Exegese nicht unberücksichtigt lassen darf. Indem wir so eine reiche Aehrenlese hiermit der Kritik vorlegen, hoffm wir manchem Bedächtigen von der Ergiebigkeit unseres Bodens eine bessere Meinung gegeben zu haben. (Schluß folgt). VIII. Noch ein Wort über den Hedräerbrief. Der in die christlichen Begründungsschriften als kanonisch aufgenommene Brief an dieHebräer, sagte ich an einer früheren Stelle (Bd. VII, S. 121), ist ein ächt sadducüisches Document, Schriftdeutung und Gedankengang eines Priesters, der sich selbst den Glauben an das begonnene messianische Reich zurechtlegt und die Anhänger seiner alten Richtung für diesen neuen Glauben empfänglich zu machen sucht. Ich habe diese Behauptung daselbst in Kürze aus dem ganz eigenthümlichen Gedankeninhalte dieses Briefes und seiner eigenen Art der Beweisführung nachzuweisen und den ganzen historischen Proceß, welcher sich bei der Entstehung des Christenthums innerhalb der verschiedenen jüdischen Parteien vollzog, darzulegen versucht. Es dürste nun vielleicht die Bezeichnung des Brieses als eines ״sadducäischen" Documentes beanstandet und die Modificirung dahin verlangt werden, daß er zwar von einem Priester ausgegangen sei, der in der Gesinnung seines Standes wurzelte, Tempel, Opferdienst und Priesterheiligkeit als Mittel- und Zielpunkt — der nunmehr durch das Christenthum verrückt worden — betrachtet, ohne