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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1870-01-01 · 2-3 (1870) · p. Seite 151

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
8 (1870)
Issue
2-3 (1870)
Date
1870-01-01
Page
Seite 151 (sequence 71)
Language
German
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Das Targum der Chronik. 151 pharisäische, sarkastische Lesart ויחתר statt ויעתר לר wurde zu Gunsten Manasseh's ausgelegt: ויחתר ויעתר בלבעי ליד כללבלד״ כזעכ^זת לו ד5קב ד5 בלחתרת ברקיע כדי לקבלו בתעגובד בלפני בלדת חדין, sagt uns der Talmud das. Im Midr. Ruth p. 4, vergl. Debarim Rabba p. 2 und Pirke de Elieser p. 43, werden auch seine Qualen und Folter im Bauch eines eselförmigen Feuerkessels, sein Gebet und seine Reue, die grollende Härte der Engel und die Gnade Gottes geschildert; dabei wird der vielbesprochene Satz (s. Sanhedr. 90a): וךשיבזתו ירושלים gedeutet, durch den Leseversuch וישיבזתו, als Hiphil von נשב, der vielleicht mit der versuchten Lesart ויחתר in einem gewissen Zusammenhang gestanden hat. Unsere targumistische Paraphrase verschmilzt nun diese verschiedenen Deutungen in ihrer Weise: ועבד הרכא ובל ח ת ר יז א ־ ו ש בל ע צ ל ו ת יזע ־ י י ואיתכפעת בלולתא ואזייע עלבלא (der eselförmige Kessel spaltete sich!) בבליבלרידז וכפקת רוחא בלביני כנפי כרוביא ולתביח בגזרת בליבלרא דיי וחזר לבללכותידז לידושלם ותב בכל לביזת קדם יי: Wir sehen schon aus dem Bisherigen, daß der Boden des biblischen Textes, auf dem die alte Exegese sich aufbaut, so sicher und frei von Schwankungen nicht ist, wie Viele anzunehmen geneigt sind. Jene inneren bewegenden Ursachen, die bei der vielfach umgestaltenden Uebersetzungsthätigkeit mitgewirkt haben, haben auf den massoretischen Text einen nicht zu unterschätzenden Einfluß ausgeübt. Versuchen wir daher nach Würdigung der Eigenthümlichkeiten unseres Targums und der bei der Auslegung wie bei der Feststellung des Textes vorwaltenden Motive überhaupt, B. die Textesgrundlage unserer Version und deren Werth für dieKritik des massoretischen Textes der Chronik zu prüfen und näher zu b e st i m m e n. Denn es ist bei der Bezeichnung abweichender Lesarten eine gewisse Vorsicht Vonnöthen. Man hat sich vorzugsweise zu hüten, jene Art von Abweichungen, die in der freien eben erörterten Uebersetzungsmethode begründet sind, als andere Lesarten anzusehen, selbst dann, wenn die übrigen Versionen dieselben zu bestätigen scheinen. Dagegen dient eine vergleichende Herbeiziehung der anderen Versionen, nach Ermessen des Verhältnisses, in dem sie gegenseitig an Alter und Ursprünglichkeit stehen, theils zur Constatirung ursprünglich abweichender Lesarten, theils zur Erkennung umgestal-

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