Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 2-3 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 70)
- Language
- German
- Belongs to
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150 VII. M. Rosenberg und K- Köhler. brennung der falschen Propheten Achab und Ssedekiah auf einer sonderbaren Combination von Jeremi. 29, 22 und Zachar. 3, 2 —. Endlich 33, 11 f., wo die Geschichte von der Reue und Buße Manasseh's nach Sanhedr. 101 d und 103 a wieder ausgeschmückt wird. In all diesen hagadischen Erweiterungen und Ausschmückungen zeigt sich unser Targumist keinesweges als träger Erbe der hagadischen Schultradition; vielmehr ist er vielfach bestrebt, dieselben fortzubilden, zu erweitern und zerstreute Elemente oder verschiedene Deutungen zu einem Ganzen zu Vereinen. Während wir für manche seiner Deutungen, besonders in den genealogischen Theilen oft um den Nachweis der Quellen verlegen werden, so bemerken wir anderwärts eine Verschmelzung verschiedener Meinungen von Auslegern nach dem später zur Geltung kommenden hermeneutischen Grundsatze: אלו ואלו דברי אלהים חיים. So vereint er z. B. I 20, 2 (vergl. zu II 23, 11) die in Abod. Sara 44 a aufgestellten Meinungen über die Krone Davids im Gewicht eines Kikar, die des R. Jose ben Chanina, daß ein Magnet sie in der Luft schwebend gehalten habe, so daß sie nicht so schwer in's Gewicht fiel und die des R. Elieser, daß sie durch einen Edelstein ein Talent Goldes Werth war, nicht aber so viel gewogen hätte. Oder 21, 15 gewährt er den Deutungen, was Gott ״gesehen" habe, das sein Erbarmen bewirkt habe: ראה אפרו עגל י:צחק oder ראה! י2נןב אבינו oder ראה בית הנ?קדעו allesammt, nur nicht der daselbst verworfenen weniger idealen Erklärung: ראה בסן! בפורים, nebeneinander Raum. Recht sichtbar ist das Wachsen und Sichfortbilden der Manassehsage auch in unserem- Targ. zu II 33, 12 f. Während nämlich die Soferim in den Zeiten des politisch lebendigen Parteihaders, wie wir oben sahen, gegen die sadokäische schönfärberische Ehrenrettung Manasseh's Widerspruch erhoben, hören wir im 3. nachchristl. Jahrhdt. Rabbi Jochanan in Sanhedr. 103 a sprechen: ״Wer Manasseh die Seligkeit abspricht, macht die Kraft der Bußübenden erschlaffen." Manasseh wurde somit auch im rabbinischen Kreise zum Muster eines argversündigten und durch Buße wieder selig gewordenen Menschen. Das Widerstreben der früheren Zeit gegen die Anerkennung der Bußfähigkeit Manasseh's wurde zu einer Phase seines eigenen Seelenlebens umgestaltet und kehrte in Gestalt eines Kampfes der strafenden Gerechtigkeit Gottes mit seiner Barm- Herzigkeit in der Hagada wieder. Eine, wie es scheint, alte