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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1870-01-01 · 2-3 (1870) · p. Seite 136

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
8 (1870)
Issue
2-3 (1870)
Date
1870-01-01
Page
Seite 136 (sequence 56)
Language
German
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136 VII. M- Rosenberg und K. Köhler. das Werk in seinem ganzen Umfange nicht sogleich eine Stelle im heiligen Schriftenthume finden. Dem von der Autorität Ezra's getragenen zweiten Theil, der die authentische Geschichte der Nestau-- ration enthält, mußte man einen heiligen Charakter zuerkennen; man schied ihn ab und stellte ihn in den Kanon. Dem Gesammt- Werke jedoch gelang es nicht, das längsterstarkte Ansehen der prophetischen Königsbücher zu erschüttern, und es konnte für den, diese Geschichte behandelnden Haupttheil sich lange Zeit keine Stelle im Kanon erringen. Wir haben auch wirklich sichere Spuren davon, daß man diesem Theil der Chronik die Anerkennung als kanonisches Buch eine Zeit lang verweigerte. Recht klar und unzweideutig kommt der Widerspruch gegen die sadokäische Geschichtsfärbung in dem Ausspruch zum Vorschein: ״Manasseh habe so gut wie die beiden götzendienerischen israelitischen Könige, Jerobeam und Achab keinen Antheil am jenseitigen Leben" Sanhedrin 90 3., einem Ausspruche der nach der Tradition (siehe das. f. 104b u. Bamidbar Rabba p. 14! אנשי הנסח הגדלה! בלנאן אנלר רב) von den Häuptern der großen Synagoge, von den Führern der Pharisäer herstammte, und schnurstracks dem sadokäischen Bericht von einer Buße und Sühne Manassehs zuwiderläuft. Freilich erhebt der späte R. Jehudah dagegen seine schwache Stimme, um auf Grund der chronistischen Erzählung von der Buße und göttlichen Begnadigung Manasseh's diesem das Jenseits zuzuerkennen; allein er hat keine Ahnung mehr von der politischen Tragweite des alten Satzes der früheren Pharisäerhäupter, die eben die Glaubwürdigkeit des sadokäischen Geschichtswerkes in Abrede stellen wollten. Noch lehrreicher ist die Auslassung des talmudischen Kanons in der bekannten Baraitha Baba Bathra 13 b f. über die Chronik. Hier wird nämlich, nachdem die gesummten biblischen Schriften bestimmten Autoritäten zugeschrieben worden sind, von dem letzten der kanonischen Bücher gesagt: עזרא ספרר וספר היחס של דברי הינלים עד לר — Ezra hat das seinen Namen tragende Buch und das Buch der Genealogien in dem Chronikbuche bis auf seine Zeit herabgehend, verfaßt. Unter dem Genealogienbuch der Chronik ist allem Anschein nach ein Theil des geschichtlichen Chronikbuches, nicht dieses selbst zu verstehen. Der genealogische erste Theil also und das abgetrennte Buch des Ezra werden durch die Autorschaft Ezra's verbürgt; für den Haupt- oder mittleren Theil weiß die Tradition keine deckende Autorität, auch nicht einmal, wie bei den

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