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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1870-01-01 · 2-3 (1870) · p. Seite 134

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
8 (1870)
Issue
2-3 (1870)
Date
1870-01-01
Page
Seite 134 (sequence 54)
Language
German
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134 VI. Die Wiederholung in Genesis Cap. 24. bildete sich schon als Volkstradition aus und ward eifrig gepflegt zur Zeit als noch die Rubeniten mit ihrem jenseitigen Besitze an der Spitze standen, die andern Stämme theils ihr Gefolge bildeten, theils noch weiter als Nomaden umherwanderten. Als aber Ephraim und Juda nach dem diesseitigen Lande vordrangen, mußte auch das Besitzrecht an diesem Landestheile nachgewiesen werden. An Abraham und Jakob, die zwei Stammesväter, knüpfen sich alle alten Erinnerungen, sie treten zwar mit Aegypten in Berührung, leben eine Zeit lang in demselben; allein der erstere blos vorübergehend, um dann in Kanaan, und zwar in dem Ephraimreiche, den dauernden Aufenthalt zu nehmen und auch dort seine Lebenstage zu beschließen, während Jakob nur am Ende seines Lebens Aegypten aufsucht, zwar dort stirbt, aber doch als Leiche wieder nach Kanaan zurückgebracht wird. Beide aber drängt nur eine Hungersnoth dorthin, keine Angehörigkeit der Abstammung. Vielmehr kommen beide aus Mesopotamien, Abraham, der dort geboren worden, dann sein Heimathsland verließ, um sich in Kanaan niederzulassen, Jakob, in Kanaan geboren, aber lange in Mesopotamien wohnhaft, dort heirathend, mit Frauen und Kindern dort seßhaft, doch dann wieder in sein Geburtsland zurückkehrend. Dem immer nachdrücklicher» Verlangen die Israeliten als die berechtigten Ureinwohner des diesseitigen Kanaan, namentlich auch des judäischen Antheils zu betrachten, gab die Patriarchengeschichte dann dadurch Ausdruck, daß die an Aegypten sich knüpfenden Traditionen sich auch unter den die Küste bewohnenden Philistäern wiederholten. Dem Abraham, so hatte die alte Volkserinnerung gelautet, ward sein Weib in Aegypten von dessen König hinweggenommen, aber Pharao ward dafür gestraft, Sarah blieb unberührt, Abraham ward reich belohnt und verließ das Land. Dasselbe, so bildete sich die Geschichtsanschauung in Juda, wiederholte sich auch unter den Philistäern, aber in milderer Weise, Abraham findet dort noch eine größere Anerkennung, Abimelech und sein Feldherr schließen mit ihm ein enges Bündniß, und er weilt sehr lange daselbst. — Ein leeres Blatt aber war die Erinnerung zwischen Abraham und Jakob; zwischen ihnen steht in der Mitte Isaak als Sohn Abraham's, als Vater Jakob's. Als auch dieses leere Blatt von der Geschichte beschrieben wurde, da fand man nur für nöthig, für Isaak das aus Abraham's Geschichte zu wiederholen, was ihn mit den Philistäern in Verbindung bringt (Cap. 26). Er hat weder in Aegyp-

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