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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1870-01-01 · 2-3 (1870) · p. Seite 132

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
8 (1870)
Issue
2-3 (1870)
Date
1870-01-01
Page
Seite 132 (sequence 52)
Language
German
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132 VI. Die Wiederholung in Genesis Cap. 24. ist Zusatz des Ergänzers, der wiederum in seiner abweichenden Auffassung des Verhältnisses beruht.. Dem ursprünglichen Erzähler ist wie bemerkt, der entscheidende Punkt, daß die Jungfrau aus ihrem Lande dem Knechte nach Kanaan folgt, ohne daß Isaak dorthin, nicht einmal zur persönlichen Werbung ziehen müsse. Nachdem nun bereits ein allseitiges Einverständniß, auch die stillschweigende oder ausdrückliche Einwilligung des Mädchens zu dem Ehebündnisse erzielt ist, handelt es sich zuletzt noch um die wesentliche Frage, welche an die Jungfrau zu richten ist, ob sie mit diesem Manne (dem Knechte) ziehen wolle (V. 57. 58). Dem Ergänzer ist diese Frage unverständlich; natürlich zieht sie mit, wenn sie überhaupt einwilligt. Die Frage konnte für ihn daher nur sein, ob sie äugenblicklich mitziehen oder lieber, wie es Wohl die Verwandten wünschen, noch einige Zeit bei den Ihrigen verweilen und dann erst die Reise antreten will. So schaltet er denn eine Discussion darüber zwischen den Verwandten und dem Knechte ein, und dies wäre dann der Sinn der Frage, welche nun dem Mädchen zur Entscheidung vorgelegt wird. Der Einschaltung giebt er nun unwillkürlich sein Gepräge durch seine Lieblingsphrase "ה' הננליח דדכ, aber auch durch andere fremdartige Ausdrücke. אהד nämlich heißt durchgehends: eine Sache verspäten, verzögern, mit ihr säumen, aber niemals: eine Person zur Zögerung veranlassen, sie aufhalten, wie es hier vorkommt. ״Zu Jemandem, zu einer Person hingehen" wird ferner überall mit הלך אל, niemals mit הלך ל ausgedrückt, während für ״nach einem Orte gehen" Beides gebraucht werden kann; der Ausdruck: ואלכה לאדני für 'אל א dürfte daher ohne Analogon sein, was der Samaritaner gefühlt zu haben scheint und wirklich 'אל א berichtigt *). Ist ja auch עשור in V. 55 im Sinne von einem Zeitraum von zehn Tagen oder gar (nach Andern) von zehn Monaten ohne sonstige Parallele, da es sonst immer der zehnte Tag des Monats heißt oder eine Jnstrumentart; einem derartigen Ausdrucke aus alter Zeit würden wir sicher auch sonst begegnen. Darin mag auch die auffallende Erscheinung ihre Erklärung finden, daß blos von Bruder und Mutter, nicht aber vom Vater, der *) Der Ergänzer ist wohl durch שלחני לאדני in V. 54 zu seiner ungewöhnlichen Construetion verführt worden; allein dieses ist (neben אל) biblischer wie allgemeiner Sprachgebrauch, wie auch wir sagen: ich schicke ihm, aber nicht: ich gehe ihm.

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