Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 2-3 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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130 VI. Die Wiederholung in Genesis Cap. 24. Wirklich Abrahams Familie entstamme; erst als er sich dessen dergewissert, beschenkt er das Mädchen und preist sein Geschick, nicht daß er in das Haus des Bruders seines Herrn geführt worden, sondern daß er ״die Tochter des Bruders seines Herrn" zum Weibe mit heimführen könne — ein Umstand, dessen er jedoch übrigens noch gar nicht versichert worden. Wie oben bereits bemerkt, fügt der Ergänzer, zur Verschleierung seines Widerspruches, in den ursprünglichen Text zwischen dem Schöpfen für die Kameele und deren Sättigung die Bemerkung ein, daß der Knecht ganz starr und erwartungsvoll gewesen, ob sein Vorhaben glücke. Und hier giebt sich seine sprachliche Eigenthümlichkeit wieder recht zu erkennen. Ich will kein besonderes Gewicht legen auf den dem erzählenden Style der classischen Periode ungewöhnlichen Gebrauch des Participiums: כלחרייטו ,בלעווזאד, nicht auf das sonst nicht vorkommende!זלעותאד, zumal in diesem Sinne von Menschen, nicht auf das ungelenke נלחריש לדעת; beachtenswerth aber ist die Phrase דל דלצליח דרהו, das hier und .noch drei Male im Verfolge (V. 40. 42. 56) vorkommt. Dieser wiederholte Gebrauch desselben Ausdruckes, den er für besonders glücklich hält, charakterisirt so recht einen späteren Ergänzer. *) Betrachten wir die Phrase näher! צלח, in ursprünglicher sinnlicher Bedeutung: eindringen, durchdringen, dann: bis zum Ende gelangen, tauglich sein, gedeihen, beglückt sein, hat als Hifil זלצליח wie so oft die transitive Bedeutung nicht auf ein anderes Object übergehend, sondern nach Innen wirkend, es heißt: Gedeihen erlangen, im Gedeihen immer fortschreiten, ein בלצליח ist ein Gedeihen gewinnender Mensch, dem Alles gelingt, der in seinen Angelegenheiten glücklich fortschreitet. Erst in der allerspätesten Sprachentwickelung nimmt חצליח die auf ein anderes Subjeet übergehende Transitivbedeutung an: Gedeihen verschaffen, beglücken, also דל' תצליחו, Gott beglückt ihn (2 Ehr. 26, 5) oder תצליח לו, giebt ihm Glück und Gedeihen (Neh. 1, 11. 2, 20). Auch wo das Object fehlt und der Ausdruck mehr allgemein gesetzt wird: Gott giebt Gedeihen, ist es offenbar nur dem spätern Sprachgebrauche eigen. So ist Ps. 118, 25: Ach Gott, gieb doch Gedeihen (תצליחת בא), entsprechend dem vorausgehen- ג) Einen ähnlichen Fall für den Ergänzer des Kohelethbnches vgl. diese Zeitschrift Bd. IV S 10 Anm.