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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1870-01-01 · 2-3 (1870) · p. Seite 129

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
8 (1870)
Issue
2-3 (1870)
Date
1870-01-01
Page
Seite 129 (sequence 49)
Language
German
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VI. Die Wiederholung in Genesis Cap. 24. 129 an die Stammältern Israelis vom Euphrat her nach Kanaan eingewandert und Besitzer des Landes geworden sind, sich aber von den Ureinwohnern aufs Strengste ferngehalten haben. Nach ihm ist es Abraham eben nur darum zu thun, daß das Weib keine Kanaaniterin, sondern aus seinem ursprünglichen Lande, seinem Geburtsorte ist, dessen Bewohner nicht den Greueln Kanaan's anhangen; daß sie aus seiner eigenen Familie ist, hebt er durchaus nicht hervor, wenn er es auch mit darunter verstanden haben mag. Selbst das בית אבי, welches er in V. 7 gebraucht, will nicht seine Familie, sondern wörtlich: das Vaterhaus bedeuten, die Geburtsstatte, den früheren Aufenthaltsort, entsprechend dem ארץ בלולדתי/ ganz wie Cap. 12 V. 1. Von einem Bedenken, daß die Angehörigen das Weib dem Isaak versagen werden, ist gar nicht die Rede, nur davon, daß das Weib ״nicht in dieses Land" gehen wolle. — Ganz anders jedoch betrachtet das Verhältniß der Ergänzer. Der Kampf um das Anrecht am Lande ist für ihn in den Hintergrund getreten; die Sorge darum, daß Isaak ja dasselbe nicht verlasse, um dem Weibe sich etwa in der ehemaligen Heimath zu verbinden, übergeht er gänzlich. Hingegen kommt es ihm umsomehr darauf an, daß die Stammmutter nicht blos keine Kanaaniterin, sondern überhaupt keine Fremde sei, vielmehr aus dem ״Vaterhause" Abraham's, was bei ihm ״der Familie" entspricht (V. 38. 40. 41). Es soll die Reinheit der Abstammung in diesem ersten Ehebunde in Abraham's Hause betont werden, was ein sehr ernstes Anliegen der späten Zeit, bei der Rückkehr aus dem Exile, war. Das Bedenken, das dem Knechte in den Mund gelegt wird, ist daher nicht, ob das Weib mit hierher wandern will, sondern ob sie überhaupt in den Bund einwilligt und die Angehörigen sie übergeben wollen. Nun löst sich auch ganz natürlich der Widerspruch zwischen V. 22 und V. 47. Nach den: ersten Erzähler ist es für den Knecht genug, daß das Mädchen den Anforderungen entspricht, die er im Gebete ausgesprochen; er will vor allen Dingen sie gewinnen und er überreicht ihr Geschenke zu diesem Zwecke, nun erst erkundigt er sich nach der Familie, und als er hört, daß sie dem Hause von Abraham's Bruder angehöre, freut er sich doppelt, daß er in dieses Haus nun geführt worden, wenn ihm auch ein anderes dortiges Haus gleichfalls genehm gewesen wäre. Für den Ergänzer aber war es mit der Probe, die der Knecht mit dem Mädchen vorgenommen, nicht abgethan, er muß auch erst erfahren, ob sie denn Biertcl^ahresschrift VUf. 2 u. 3. 0

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