Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 2-3 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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VI. Die Wiederholung in Genesis Cap. 24. 127 holen, wichtig genug erschien, um ihn ausführlich wiederzugeben, in zwei ganz gleichlautende Aussprüche mit aller Umständlichkeit zu zerschneiden? wollte er und der Sammler des Midrasch, der sie in dieser Form aufnahm, mit dieser lästigen Wiederholung etwa gleichfalls der Schrift nachahmen? Die Späteren, welche die Stelle aufnahmen, fühlen die Weitschweifigkeit; Jalkut bricht daher im zweiten Theile mit ד:תורד ab und setzt 'ובו, Raschi läßt denselben ganz zurück. Noch gewichtiger ist ein zweites Bedenken. Wie ungeschickt schließt sich der erste Theil, die Bemerkung über die Wiederholung des ganzen Gespräches, an die Worte des V. 32, dem er angelehnt wird. Daß er (sei Dies der Knecht oder Laban) Stroh und Futter den Kameelen gegeben, gehört ja nicht zum Gespräche (יחד®), noch weniger zur Wiederholung, als daß diese Bemerkung hier ihre Stelle finden könnte. Das fühlt offenbar Jalkut und lehnt deshalb den zweiten Theil an die Worte V. 33: ״es ward ihm vorgesetzt zu essen". Er scheute sich die beiden Theile in der Reihenfolge, wie sie ihm vorlag, umzukehren; aber er deutet an, daß der eine, allerdings der erste, eigentlich zu den späteren Versen gehöre, welche durch die Weigerung des Knechtes eingeleitet werden, daß er nicht früher essen werde, bevor er ״seine Worte geredet" und die dann an ihn gerichtete Aufforderung zu reden. Noch entschiedener geht Raschi zu Werke, der den blos von ihm aufgenommenen ersten Theil erst zu V. 42 beibringt. Alle Schwierigkeiten lösen sich, wenn wir annehmen, daß ursprünglich blos der zweite Theil vorhanden war, nur der Bericht über das Fußwaschen, als einen so untergeordneten Gegenstand erzählend, zu einer Jllustration veranlaßte; ein Glossator aber, dem, weil er die vollständige Wiederholung vor sich hatte, diese noch auffallender erscheinen mußte, wandte dann die Illustration auch auf sie an, er setzte sie — wie Dies überhaupt bei berichtigenden Glossen, die dann zu schleppenden Wiederholungen geworden, auch in biblischen Stellen geschah (vgl. diese Zeitschrift Bd. V S. 283) — vor den ursprünglichen Text, und so mußte sie am ungeeigneten Orte auftreten. Ist Dies nun aber der Fall, dann hatte der Midrasch früher die ganze Wiederholung unbeachtet gelassen, und er konnte dies nur, wenn sie ihm eben gar nicht vorlag! Lassen wir jedoch das, allerdings nicht zu unterschätzende, historische Zekgniß, den Midrasch, bei Seite und betrachten wir nunmehr die Stelle selbst! Ein Ergänzer giebt sich immer daran zu erken-