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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1870-01-01 · 2-3 (1870) · p. Seite 125

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
8 (1870)
Issue
2-3 (1870)
Date
1870-01-01
Page
Seite 125 (sequence 45)
Language
German
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VI. Die Wiederholung in Genesis Cap. 24. 125 Isaak und Berechiah, die weder in Sanhedrin noch in der Baraitha Elieser's genannt sind, dem Glossator zur Hand waren.x) So werden Deutungen, welche bereits aus den Worten des älteren Berichtes entwickelt waren, den Worten der Wiederholung später angelehnt; hingegen finden sich wirkliche Schwierigkeiten, die sich zwischen beiden Relationen ergeben, im Midrasch gar nicht berücksichtigt. In der Erzählung heißt es V. 22 ff., daß nachdem die Kameele getrunken, der Knecht der Rebekka Geschmeide zum Geschenke überreicht und sie dann erst nach ihrer Abstammung gefragt habe. Dem Ergänzer war diese Freigebigkeit des Knechtes durch das bloße freundliche Entgegenkommen der Jungfrau, was, wie wir noch später sehen werden, nach dem ursprünglichen Erzähler schon hohe Befriedigung gewähren konnte, nicht genug begründet, er läßt daher V. 47 den Knecht berichten, daß er ihr das Geschenk erst gereicht, nachdem er erfahren, daß sie die Tochter Bethuel's sei. Der Ergänzer scheint noch weiter gegangen zu sein und auch die ursprüngliche Erzählung mit einer Zuthat bereichert zu haben, die die rasche That des Knechtes weniger auffallend machen sollte. Er ist es Wohl nämlich, der den ganzen V. 21 hinzugefügt: ״Und der Mann starrt sie an, schweigend (abwartend), zu wissen, ob Gott seinen Weg beglückt oder nicht"; daß Dies ein späterer Zusatz, ist inhaltlich deßhalb wahrscheinlich, weil der Knecht ja um die Zuführung eines solchen Mädchens gebetet und in diesem erwarteten göttlichen Gnadenbeweise keine Veranlassung zu starrem Staunen finden konnte, aber auch sprachlich, wie wir später noch sehen werden. Dennoch bleibt jedenfalls der Widerspruch, und der Midrasch, sonst so ängstlich bemüht, selbst scheinbare Abweichungen auszugleichen, sieht sich hier nicht bemüßigt, eine wirklich vorhandene zu beseitigen, eben nur weil er sie nicht vor sich hatte. Raschi erst — vielleicht nach uns unbekannten Vorgängern — macht auf den Widerspruch aufmerksam und sucht ihn zu erklären. Ja, die ganze umständliche Wiederholung ist dem älteren Midrasch nicht auffallend, während er an einem kleinen Umstande, *) Zu Gen. 28, 11 wird nämlich in Ber. r. 6. 68 und Jalkut die entgegenstehende Ansicht, daß der gebräuchliche Ausdruck sei: er geht dorthin, im Sinne: er habe die Absicht dorthin zu gehn, wenn er auch noch nicht angekommen, unter der Autorität Berechiah's im Namen Isaaks angegeben; diese Namen, wenn sie auch gerade das Gegentheil behaupten, schwebten nun dem Glossator vor.

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