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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1870-01-01 · 2-3 (1870) · p. Seite 118

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
8 (1870)
Issue
2-3 (1870)
Date
1870-01-01
Page
Seite 118 (sequence 38)
Language
German
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118 V. Steinschneider, das KönigsLuch des Kalonymos. wird. Ueber die Lebensfrage Moab's, die sich in den Tagen Mescha's entschieden, dürfen wir immerhin von besten Seite eine Beurkundung erwarten, und wenn sie sich ungesucht findet, so ist kein Grund da sie anzuzweifeln. Die Schriftzeichen auf der Inschrift sind die althebräischen oder phönizischen, wie wir sie bei einem mit Israel in so engen Beziehungen stehenden Nachbarstamme nicht anders erwarten dürfen. Die Sprache ist in ihrem Wortvorrathe wie in ihren Formen sehr nahe mit dem Hebräischen verwandt, bietet aber doch wiederum Abweichendes genug dar, um jeden Verdacht der Fälschung 'abzuweisen. Das unverständliche nn-1p ist offenbar nicht dem hebräischen Wortschätze entnommen, rchn ist mehr arabisch als hebräisch und aramäisch, aramäische Bildungen in Derivationen und Suffixen wechseln mit hebräischen, ja sogar an der arabischen Form אפתעל, vielleicht auch תפעל, fehlt es nicht. Interessant ist, daß die Construction mit dem Wav conversivum, die, soviel mir bekannt, außer im Althebräischen sich nicht findet, in dieser Inschrift mehrfach, fast auf jeder Zeile vorkommt. Der Inhalt der Inschrift entspricht den geschichtlichen Verhältnissen, und ist der Bericht der Bibel über die Hauptbegebenheiten knapp und dunkel, wie um das Geständniß einer Niederlage zu verdecken, so ist das Bulletin auf unserer Inschrift ruhmredig und in geschwätzigem Siegerübermuth. Das verbürgt beiden ihre Authentie, macht sie aber auch geeignet, daß sie einander berichtigen und ergänzen. Und so begrüßen wir freudig diesen neuen Fund, der nach seinem Maße uns die Zustände des biblischen Alterthums aufzuhellen einen schönen Beitrag liefert. Y. Das Königsbuch des Kalonymos. Von M. Steinschneider. Die Münchener hebr. HS. 290 enthält auf Bl. 49 bis 62 den ersten Theil eines anonymen Werkes, worin die Eigenschaften der Zahlen behandelt werden. Am Anfang scheint nur ein Blatt zu fehlen, da die Papierlage noch aus 7 besteht, auch liest man noch das Ende (12 Zeilen) der Einleitung, in welcher, nach einer

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