Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 2-3 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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IV. Die Säule des Mesa. 117 daß so viel an ואכך עשתי כלאי תאש Z. 23 herumgedeutet wird. Offenbar spricht der König, nachdem er gesagt, er habe dem Moloch einen Tempel errichtet, von den Feuergeräthen, welche vorzugsweise zum Molochdienste erforderlich sind. כלי bildet im Hebräischen zwar den Plural כלים und im St. constr. כלי, wie wohl auch hier Z. 16, 17 vorkommt, allein die Regel ist doch für diese Form den letzten Stammbuchstaben durch Ales (oder Jod) darzustellen, wie צכאים ,פתאים ,עפאים ,דזלאים: und ähnliche, und so darf uns die Form des 8t. 60n8tr. plur. כלאי von לי?, Gefäß, bei den Moabitern nicht Wundern. Vielleicht ist selbst das hebräische כלי richtiger von כלא als von כלת abzuleiten und heißt: Gefäß, welches einen Inhalt ein schließt. Das Ales gehört dann zum Stamme und erscheint natürlich in der Flexion. So dürfte davon כלאים der Dual sein: Doppelinhalt. ין בק[כבת]קכ, d. h. Wohl -!pn כי אין בקכב, denn es war nicht (Molochtempel und Feuergeräthe) in Kir, fügt er erklärend hinzu. Die Worte כתתי תנלככתת Z. 25 sind wohl nicht von ככת, schneiden, abzuleiten, sondern von ככת, graben, und ist an das Graben eines Wasserbehälters zu denken. V. 27 ist כי תכדס תוא zu lesen und zu übersetzen: denn er (der Tempel) war zerstört. Von Z. 28 an ist bei dem verstümmelten Texte keine sichere Vermuthung mehr auszusprechen. — Die Inschrift liegt, wie ersichtlich, in einem mangelhaften Zustände vor, und die Hoffnung aus ihre vollständige Ergänzung ist sehr unsicher; dennoch ist sie auch so für uns nach vielen Beziehungen hin höchst belehrend. Ihre Glaubwürdigkeit anzutasten, dazu liegt kein Grund vor. Die Israel und Juda umgebenden Völkerschäften standen sicher im Ganzen und Großen auf derselben Bildungsstufe mit den Hebräern — wir dürfen daher auch von ihnen schriftliche Denkmale erwarten. Der Bericht über die Auffindung des dem Entdecker wie Andern schon seit längerer Zeit bekannten Steindenkmals, über die Umstände, die eine treuere Wiedergabe desselben unmöglich machten, ist so klar und unzweideutig, die Personen verdienen so unbedingtes Vertrauen, daß eine ungläubige Kritik gar keine Berechtigung hat. Der Inhalt, der sehr gut mit dem aus der Bibel Bekannten harmonirt, copirt nicht etwa dasselbe, so daß Verdacht entstehen könnte; wir hören Nichts von Joram, Josafat, Edom, nicht einmal von Ahab, Wohl aber von Dmri, der in der Bibel gar nicht im Zusammenhänge mit Moab genannt