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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 2 (1869) · p. Seite 152

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
2 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 152 (sequence 72)
Language
German
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152 Recensioneu. traulichen Umgang geflogen und vielleicht gar ein Moment in dieser vielseitigen Bildung befruchtete. Dieser kühnen glänzenden Vermuthung, für welche einzelne Stellen scharfsinnig als Belege gedeutet und verwendet wurden, stellten sich aber mächtige Hindernisse entgegen. Die rasche Annähme, daß alle übereinstimmenden Berichte des Alterthums über Rabbi's Lebenszeit fehlerhaft auf uns gekommen, konnte nur durch die zwingendsten Beweise Geltung erringen, nicht durch eine Kette von Hypothesen, deren eine die andere stützen sollte, aber keine Stütze in bezeugten Thatsachen fand. Nun aber gar Marc-Aurel. Dieser hat als Denker das Innerste seiner Gesinnung schriftstellerisch niedergelegt, er hat als Handelnder, als Kaiser seinen Charakter scharf in seinen Handlungen ausgeprägt, und keine Spur läßt sich hier wie dort von seinem freundschaftlichen Verkehre mit dem jüdischen Patriarchen, von seinem damit nothwendig verbundenen Wohlwollen gegen die Juden auffinden. Und wo ist die geistige Verwandtschaft zwischen diesen beiden Männern, zwischen dem engnationalen Juden und dem weltbürgerlichen Kaiser? So trat denn auch Jost gegen die ihm geltenden Angriffe auf, die er mit Ironie abwehrte. Rapoport, nie von einem Einfalle ablassend und mochte ihm auch der Mangel an Begründung noch so entschieden nachgewiesen sein, ergoß sich in breit anschwellendem Redestrom in dem ersten und einzigen Bande seines ״Erech' Millin" nochmals über Antonin, die früheren Behauptungen aufrecht erhaltend und verstärkend. Die Männer, welche damals als neue Geschichtsschreiber auftraten, nahmen auch die ״Antoninfrage^ wieder lebhaft auf, konnten jedoch nicht mit Rapoport übereinstimmen. Selig — jetzt Paulus -- Cassel sah in Antonin Heliogabal, Grätz Alexander Severus, Frankel Lucius Verus Mitkaiser des Marc Aurel, und auch Sachs erblickte in ihm jedenfalls einen der späteren Kaiser; einige wurden sogar an Rabbi irre und hielten ihn nicht für den Nedactor der Mischnah, sondern für dessen gleichnamigen Enkel. Daß Rapo- Port selbst durch diesen allgemeinen Widerspruch seiner eignen Freunde belehrt worden, ist nicht anzunehmen; seine zunehmende geistige Mattigkeit nur verhinderte ihn nochmals die Feder in dieser Angelegenheit zu ergreifen. Ein Enkel von ihm, Hr. Dr. Arnold Bod ek, will nun sein Andenken erneuern, indem er die von ihm unerledigt gebliebene Streitfrage, eben die über Rabbi und Antonin, wieder aufnimmt,

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