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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 2 (1869) · p. Seite 149

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
2 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 149 (sequence 69)
Language
German
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Schwarz: Hiob. 149 denn sicher Hai er seine Erklärung, als er sie geschrieben, selbst nicht׳ verstanden, so sagt er auch zu 38, 2, daß weder Kimchi, noch A. E. die Tendenz des Buches begriffen hätten, daher auch die einzelnen Verse nicht richtig zu erklären gewußt, und zu 38, 7 sagt er: Kimchi bestiehlt immer A. E., wo er etwas für sich Taugliches zu finden glaubt, und kleidet es nur in andere Worte. Das ist kühn und mit vielem Selbstbewußtsein gesprochen, und auch in seinen Ansichten tritt diese Entschiedenheit sehr stark hervor. So hatte Maimonides alle Offenbarungen und prophetischen Gesichte lediglich in die geistige Anschauung verlegt und ihnen eine jede sinnliche Wahrnehmung abgesprochen; dennoch fügt er oft nachgiebig hinzu: willst Du jedoch annehmen, ein geschaffenes Licht sei dem Propheten sichtbar, eine geschaffene Stimme ihm hörbar geworden, so schadet Dies weiter nicht, wenn nur das Göttliche selbst nicht in die Sphäre der Sinnlichkeit herabgezogen wird. Diesen Compromiß, der nur eine Krücke für die Halbheit sein sollte, weist Serachiah fast mit Entrüstung ab zu 4, 16, und so ist sein ganzes Auftreten so herausfordernd, daß nur das Dunkel, das sich bald um ihn und seine Schriften lagerte, ihn vor der Verdammung bewahrt haben mag. Noch eine Eigenthümlichkeit unseres Serachiah ist hervorzuheben. Seine Muttersprache war das Arabische, und so verwendet er dasselbe zu Worterklärungen in weit ausgedehnterem Maße als alle seine Vorgänger; man möchte in ihm fast den Vorläufer der holländischen Schule, eines Schultens und seiner Jünger erblicken. Arabisch und hebräisch, sagt er an vielen Orten (vgl. z. B. 3, 6 und 31, 38) gehören einem Sprachstamme an, und letzteres darf, ja muß aus ersterem erklärt werden, namentlich gilt Dies nun von den seltenen Wörtern im Hiob (16, 17). Er macht von dieser Voraussetzung einen so ausgiebigen Gebrauch, daß ihm der nüchterne Sprachsinn nicht immer folgen kann. 6 ,3 ,יחד, will erz.B. von dem arab. begrifflich begränzen, den Umfang angeben, ableiten, 16 ,35 יכביד und 31 ,36 ,מכביד von verkünden, 29 ,21 ,אמרר, von Ding, Gegenstand, ja er will sogar die t ׳־־ Verbindung des Plural mit dem Femininum Singular nach Art des arabischen Pluralis fractus statuiren (20, 11) u. Aehnliches. Jedenfalls haben wir es hier mit einem sehr selbstständigen

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