Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 2 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
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148 Recensionen. Polemik gegen Maimonides ihm gründlich widerwärtig ist. Ein jedes Capitel bietet mehrere Beispiele harter Abfertigung, und von vorn herein sagt er zu 3, 1: ״Ich mag ihn über seine Miß- Verständnisse nicht anklagen; Nachm, war eben Thalmudist und verstand von Philosophie gar Nichts, darum griff er in seinem Comm. zum Pentateuche Maimonides über prophetische Erkenntnisse an: wahrlich er hätte besser gethan zu schweigen, denn wer über Dinge entscheiden will, muß zuvörderst Verständniß von ihnen haben." Um nur auf einzelne stärkere Stellen aufmerksam 'zu machen, verweiseich auf 4, 16, wo er seine Ansicht, die prophetischen Gesichte als wirklich sinnliche Vorgänge zu betrachten, derb abweist, auf 8, 19, wo es heißt: Auch Nachm, verwirrt die Erklärung dieser Verse, er sucht eine Stütze in dem Thargum; ja, das ist die allgemeine Zusluchtstätte für alle Erklärer, wenn sie keinen Ausweg finden, um schwierige Verse zu erklären. Zu 36, 20 sagt er ihm wieder, er hätte besser daran gethan zu schweigen als solch geschmacklose Erklärungen vorzubringen, und zu 40, 1 : ״Nachm, schreibt zu diesem Verse Dinge, die Spott verdienen. ..; überhaupt möchte ich auf Alle welche glauben, daß die im Hiob berichteten Thatsachen wörtlich anzunehmen seien, die Worte des Spruchdichters (Spr. 30, 8) anwenden: Falsches und lügnerisches Wort halte fern von mir!" Auf diesen Punkt kommt er sehr häufig mit Vorliebe zurück, daß Hiob eben lediglich eine Dichtung sei, und wer in dieser wirkliche Vorgänge suche, sich in die ärgsten Widersprüche verwickle, die gröbste Sinnlosigkeit behaupte und sich das Verständniß des Buches geradezu verschließe. Aber, wie gesagt, nicht viel glimpflicher verfährt er mit A. E. und Kimchi: ״Beachte nicht, sagt er zu 3, 5, in diesem Buche und dem der Sprüche, die Deutungen der Erklärer; denn selbst die bedeutendsten unter ihnen, A. E. und Kimchi haben keinen philosophischen Gedanken ihnen zu entlocken gewußt, ja selbst in der einfachen Sinneserklärung waren sie ungenau bei Erklärung der Worte und der Gedanken, mag Dies nun aus Zerstreuung oder aus Mangel an Einsicht geschehen sein." Von Kimchi, der zu 20, 14 erklärt, es begreife Keiner das Wesen des Gewitters, sagt er: ״Man ersieht daraus, daß er nie wissenschaftliche Bücher gelesen." Zu 36, 30 bemerkt er: ״Ich habe von keinem Erklärer etwas gesehen, was verdiente niedergeschrieben noch viel weniger angenommen zu Werden; was Kimchi sagt, kann wahrlich nicht gebilligt werden,