Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 2 (1869) · p. Seite 141

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
2 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 141 (sequence 61)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2420973-2421005-2421007--2082-2423256
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Schwarz: Hiob. 141 dieses höchst correete Exemplar eingeschlichen, einen Jrrthum dessen Berichtigung auf der Stelle dringendes Erforderniß ist, weil eben dieses Exemplar maßgebend ist und ein dort befindlicher Fehler leicht weithin in Abschriften dringt, so ist dennoch die Berichtigung in der Festwoche untersagt, umsomehr natürlich in einer andern Bibelabschrift, die kein normatives Ansehen hat: ואין מגיהין אות אחת ואפילו בספר עזדא (העזרה!), Daraus macht nun Hr. F.: ״Während in andern Bibelhandschriften auch an Feiertagen (!) corrigirt werden durfte, wird dies für den Esra Codex streng untersagt"!! — Daß man bereits zur Zeit des Thalmud Anstoß genommen an manchen corrumpirten Stellen und ungeordneten Angaben der Chronik, ist schon oft bemerkt; die Stelle Megillah 13 a erhält ihren vollen Nachdruck erst, wenn man sie, wie ich bereits in dieser Ztschr. Bd. III S. 213 nachgewiesen, nach Jalkut zu 1 Chr. 4, 8 berichtigt, תימה für אחד liest (indem der Ausdruck aus Scheu, der Chronik einen so harten Vorwurf zu machen, geändert worden); mit Unrecht hält Hr. F. S. 121 an der unrichtigen LA. fest. Jedoch genug der Einzelheiten! *) Sie sollen nur zur Vorsicht mahnen bei Benützung dieses Buches, das gewiß Vielen zur brauchbaren Quelle dienen wird. 26. October. 2. Alte Commentare zu Hiob. Das schwerste Buch der Bibel, der Hiob, hat, wenn auch nicht vorzugsweise, doch jedenfalls in gleichem Maße mit den übrigen Büchern die Lust befähigter Erklärer geweckt, ihm ihre Sorgfalt zuzuwenden; die sprachlichen und inhaltlichen Schwierigkeiten haben sie nicht abgeschreckt. Man war ungemein naiv; mit ein bischen Sprachkenntniß und gesundem Menschenverstände oder auch geleitet von einem philosophischen Systeme, das man überall als Richtschnur anlegte, . ging man an's Werk und arbeitete daran herum ohne Ahnung der bedeutenden Fragen, die sich bei dieser Arbeit aufdrängen. Gleich den bereits gedruckten rabbinischen Commentaren, *) Daß es deren noch viele in dem Buche giebt, welche eine Berichtigung verdienen, dafür genüge nur noch ein Beispiel. Zwei Male (S. 51 und 69) wird behauptet, Sadducäer hätten ״Propheten und Hagiographen nicht als Tora oder kanonisch angesehen." Wie kann ein mit Thalmud und Midraschim vertrauter Mann diesen Unsinn, welchen irgend ein unwissender Kirchenvater ausgesprochen, wiederholen?

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.