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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 2 (1869) · p. Seite 138

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
2 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 138 (sequence 58)
Language
German
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138 Recenstonen. tung zu bewahrende, aber doch der Vergrabung zu überliefernde betrachtet und behandelt. Doch bald mußte die Auffassung sich ändern. Der Kampf wurde erbitterter, die Trennung schärfer, daher auch die Abweisung der Schriften entschiedener. Es galt nun die Gränze bestimmter zu ziehen, und Dies geschah auch in Mitten der zweiten Jahrhunderts. Christliche Schriften wurden als ketzerisch, andere früher geschriebene, zwar von ketzerischen Ansichten frei, aber in ihrer Unklarheit, in Aeußerung mancher nicht anerkannten Ansicht der religiösen Bestimmtheit mehr gefährlich als dieselbe fördernd, wurden als ״außerhalb stehend" mit Nachdruck ausgeschieden und dem ״Vergraben" zugewiesen, als apokryph hingestellt. Die Entscheidüng wurde bei manchem Buche schwer und erfolgte schließlich erst nach mannichfachen Kämpfen. Mochte man einerseits die Sprüche Ben-Sira's nicht gern entbehren und entschloß man sich schwer sie endlich doch preiszugeben: so war andrerseits die Anerkennung der salomonischen Schriften wie des Buches Esther ein Schritt, für den man sich schwer entschied. Jedoch die Entscheidung wurde getroffen, und die feste Gränze für die palästinischen Juden errichtet, die dann maßgebend blieb, wenn auch die griechisch redenden Juden uns noch viele andere Schriften, die sie niit ausgenommen!, gerettet haben. Dies ist in kurzen Zügen, aber doch im Wesentlichen vollständig, die Geschichte des Kanons, wie sie sich aus den thalmudischen Schriften ergiebt. Es ist gut, wenn man die einzelnen darüber handelnden, den Gegenstand gelegentlich berührenden, auch die aggadisch ihn mehr verwirrenden als beleuchtenden Stellen des Thalmud und der Midraschim zusammenstellt; Vorsicht muß dabei jedenfalls geübt werden mit den Stellen in später« midraschischen Schriften, insofern sie nicht auf frühere Quellen sich zurückführen laffen, wie Dies mit manchen Angaben in Thanchuma, Schemoth und Bammidbar rabba, Jalkut sich verhält. Sehr bedenklich aber ist es, wenn diese kurzen Mittheilungen zu einem ganzen Buche verarbeitet werden sollen, wo kaum der Verlockung zu entgehen ist, in den vielen Lücken, welche die thalmudischen Angaben lassen, für die vielen kritischen Fragen, die damals noch gar nicht geahnt worden, uns aber immer umgeben, mit den eigenen Ansichten einzutreten, sie mit den thalmudischen Trümmern zu combiniren oder sie gar der alten Zeit unterzuschieben. Dieser Verlockung hat sich auch Hr. Prof. Fürst in seinem

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