Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 2 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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Fürst: Satten. 137 war der Inhalt einzelner, namentlich der drei dem Salomon beigelegten Schriften an einigen Stellen so bedenklicher Art, bald wegen der sinnlich-lüsternen Form bald wegen des schwachgläubigen zweifelsüchtigen Tones, daß man sich nicht so bald entschließen konnte sie den andern hochverehrten Schriften als ebenbürtig zuzugesellen. Man schwankte lange, ob sie nicht als außerhalb stehende Schriften, chizonim,׳zu behandeln seien, deßhalb auch ״vergraben zu werden verdienten,^העונין גכיזד. Diese Vergrabung sollte nicht blos deren Anerkennung und Gebrauch beseitigen, sondern auch nationale Schriften, welche doch immerhin als solche Werth hatten, vor Mißachtung, vor leichtsinniger Behandlung bewahren, gerade wie man auch fehlerhafte oder unbrauchbar gewordene anerkannte heilige Schriften durch solche Vergrabung dem Mißbrauche entzog. Man unterließ es daher eine Zeit lang sich über den Werth dieser Schriften endgültig zu entscheiden; man legte einzelnen einen höhern Werth bei und bezeichnet sie als solche, die man lesen solle, andere verwarf man, wollte sie dem Lesen entzogen, der Vergrabung geweiht wissen, dennoch aber waren sie allesammt nationale und in diesem Sinne heilige Schriften, selbst wenn sie in fremden Sprachen abgefaßt waren, und man hatte ihnen Achtung zu erweisen und sie vor Zerstörung zu bewahren. Auf diesem Standpunkte der Betrachtung befindet sich die alte- Mischnah Schabbath 16, 1, die wir in dieser Zeitschr. Bd. V S. 98 ff behandelt haben. Die Scheidelinie in dieser Kategorie von Schriften zwischen anerkannten und abzuweisenden, ״außerhalb stehenden," ״der Vergrabung verfallenden" war nicht scharf gezogen, man überließ es dem allgemeinen Urtheile, ohne eine entscheidende Bestimmung zu treffen. Doch drängten die Umstände allmälig zur ernsteren Entscheidung hin. Das Schriftthum mehrte sich von Tag zu Tag, und darunter war manche Schrift nicht unbedenklichen Inhalts; in die Falten der schwärmerischen Unklarheit ließen sich die verschiedensten Erwartungen und Ansichten unterbringen, deren einige anzuregen und zu hegen nicht gerade als den herrschenden Ueberzeugungen angemessen galt. Nun trat gar eine neue Spaltung ein, die eine Kluft erzeugte weit schärfer als irgend eine bisherige, die durch die Verkündigung des erschienenen Messias hervorgerufene. In der allerersten Zeit wurden die Schriften, welche der neuen Richtung dienten, noch immer als nationale, wenn auch als verwerfliche, als zum Complexe des heiligen Stammesgutes gehörige, daher vor Mißach-