Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 2 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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Testament der zwölf Patriarchen. 135 So erweist sich uns dieses judenchristliche Apokryphon nach manchen Seiten hin belehrend, und wir haben Hrn. Sinker für die neue Ausgabe mit Herstellung eines nach neuer Revision der Handschriften gesicherten eorreeten Textes wie für die vorangehende alle einschlägigen Fragen sorgsam erwägende Abhandlung unsern Dank abzustatten. Die Entscheidung, ob der Verf. ein Ebionite, wie Andere glauben, oder ein Nazarener gewesen, wie Hr. S. behauptet, wird, wie ich denke, erst getroffen werden können, wenn die judenchristlichen Seeten schärfer nach dem oben angedeuteten Gesichtspunkte betrachtet werden, inwiefern nämlich ihre Anhänger mehr aus saddueäischen oder mehr aus pharisäischen Kreisen hervorgegangen sind. Eingehende Untersuchungen nach dieser Seite hin werden sich sicher lohnen. 21. Febr. stehend (Bar. Peßachim 49 d). Die Glieder der Genossenschaft waren namentlich auch bei Todesfällen thätig. So lesen wir Bar. Mo8d katon22b: Wenn ein Gerichtsvorsitzer (אב בית דין) stirbt, so werden alle Lehrhäuser geschlossen, die Glieder der Genossenschaft gehen in das Genofsenschaftshans, ändern aber ihre gewöhnlichen Plätze . . .; stirbt ein Fürst, Patriarch (נשיא), so . . . und die Glieder der Genossenschaft gehen in das GenossenschaftshauS u. s. w. So ist nämlich dort die richtige LA. beide Male: רבני דוכנסת נכנסין לבית חכנסרז, während Alfast, Maimonides (Ebel 9, 14. 15), Abuab im Leuchter III, 8, 3, 7 בני בית ה!כנםת lesen, wie auch sonst solche unrichtige Verwechslungen Vorkommen (vgl. Urschrift S. 124 Anm. 1. S. 125 Anm. 2), Ascher בכי עידו, in unsern Ausgaben daerste Mal das Subject ganz fehlt, das zweite Mal richtig בני הכנסת steht. Jakob ben Ascher und Karo lassen den Passus ganz aus, und die Erklärer (vgl. auch Nachmanides bei Magid Mischneh zu Maimonides a. a. O.) sind in Verlegenheit mit diesem Ausdrucke, der ihnen unverständlich geworden. Wir wissen nun, was er zu bedeuten hat; es ist darunter die fromme Brüderschaft verstanden, welche auch die Bestattungs- und Trauergeberceremonien besorgte. Ihrem Haupte und ihrem Verwalter wurde deßhalb auch ein Becher gereicht. Die babyl. Gemara nun, welche diese Keneßeth nicht mehr kennt, macht daraus חזני העיד und פדגסי העיד und stellt jene sogar voran, weil man nicht wissen mochte, was denn eigentlich die Gemeindevorsteher mit der Angelegenheit zu schaffen haben. Jedenfalls haben wir in der jerus. Gemara die ursprüngliche eorreete Fassung, und so können wir auch mit Bestimmtheit behaupten, daß hier von dem alten Gamaliel die Rede ist.